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Friedensnobelpreis geht an den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos

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JUAN MANUEL SANTOS
Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos erhält den Friedensnobelpreis. | Andrew Kelly / Reuters
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  • Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos erhält den Friedensnobelpreis 2016
  • Santos erhält den Preis für seine Bemühungen, den langjährigen Bürgerkrieg in seinem Land zu beenden

Der Friedensnobelpreis 2016 geht an Kolumbiens Präsidenten Juan Manuel Santos. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt.

Er erhält die Auszeichnung für seine entschlossenen Anstrengungen, den mehr als 50 Jahre andauernden Bürgerkrieg in seinem Land zu beenden. In dem Konflikt mit den FARC-Rebellen kamen rund 220.000 Menschen ums Leben und fast sechs Millionen wurden vertrieben.

Juan Manuel Santos hatte es geschafft, einen Friedensvertrag mit den Rebellen zu schließen. In einem Referendum hatten die Kolumbianer das Abkommen allerdings überraschend abgelehnt. Wie es mit dem Friedensprozess nun weiter geht, ist deshalb bislang noch völlig unklar.

Das Nobelkomitee hofft auf Erfolg des Friedensprozesses

Dass die Jury Farc-Chef Londoño nicht ebenfalls mit der Auszeichnung bedacht hat, wollte die Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees Kullmann Five nicht kommentieren. "Wir sagen nie, wieso jemand den Preis nicht bekommen hat." Der Preis solle aber auch als Anerkennung für alle am Friedensprozess beteiligten Parteien und das kolumbianische Volk gesehen werden, "das die Hoffnung auf Frieden trotz großem Elend und großen Missständen nicht aufgegeben hat", teilte das Komitee mit.

Er solle auch die Vertreter der "unzähligen Opfer des Bürgerkriegs" ehren und als Ansporn für alle dienen, die den Frieden in Kolumbien vorantreiben wollen.

Die Osloer Jury betonte, dass es nach der Ablehnung des Friedensvertrages durch das Referendum die Gefahr gebe, dass der Bürgerkrieg weiter gehe. Umso wichtiger sei es deshalb, dass die Parteien weiterhin die Waffenruhe berücksichtigen und sich um den Frieden bemühen.

"Die Tatsache, dass eine Mehrheit der Wähler 'Nein' zu dem Friedensabkommen gesagt hat, heißt nicht zwingend, dass der Friedensprozess gestorben ist", hieß es in der Preisbegründung, "das Referendum war keine Abstimmung für oder gegen Frieden."

Rekordzahl von Anwärtern

Die Osloer Jury hatte sich in diesem Jahr unter einer Rekordzahl von Anwärtern entscheiden müssen. 376 Kandidaten - 228 Personen und 148 Organisationen - waren für den Preis vorgeschlagen. Nur wenige Nominierungen waren im Vorhinein bekannt.

Wie auch die anderen Nobelpreise wird der mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 850 000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, verliehen.

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