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Tochter soll in der Schule etwas über den Islam lernen - Mutter fordert Ungeheuerliches

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Eine Siebtklässlerin weigerte sich, sich mit dem Islam zu beschäftigen. | Facebook
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Eine besorgte Mutter aus Tennessee hat einen Kreuzzug gegen die örtliche Schulpolitik und die dort eingesetzten Lehrbücher gestartet - nachdem sie herausfand, dass ihre Tochter sich im Unterricht mit dem Islam beschäftigen muss. Dies ist Teil des Sozialkunde-Unterrichts der 7. Klasse.

Michelle Edmisten behauptet, dass die "persönlichen, religiösen Überzeugungen" ihrer Tochter dadurch mit Füßen getreten werden. Die Siebtklässlerin weigerte sich, den Unterricht weiter zu besuchen. Das Resultat: Die Arbeitsverweigerung brachte ihr die schlechteste Note ein, wie die Tageszeitung "Kingsport Times News" berichtet.

Islam-Kunde soll vom Lehrplan verbannt werden

"Diese Noten erkennen wir mit Stolz an und wir werden keine Kompromisse eingehen", soll Edmiston gesagt haben.

Auf einer Vorstandssitzung der Schule verlangte Edmisten, dass der Bezirk die Islam-Lehrbücher aus dem Lehrplan streicht.

"Es ist Zeit, dass Eltern, Lehrer und Verantwortliche aufstehen und sich unsere Familien, unsere Schulen und unser Land zurückholen", soll Edmisten laut dem lokalen Sender CBS gefordert haben.

"Ich will sehen, dass Eltern, Veteranen und Christen - einfach jeden - sich für diesen Kampf erheben", sagte sie dem Fernsehsender. "Wie kann ich als Christin behaupten, solche Werte zu vertreten? Ich möchte meine Werte an meine Tochter weitergeben."

arbeitsblatt

Arbeitsblatt der 7. Klasse in Tennessee; Credit: Channel 11 News

Edmisten ist nicht die einzige Mutter, die die Thematik angesprochen hat.

"Das Wissen über Religionen ist ein Merkmal gebildeter Menschen"

Die Schulbehörde erklärte daraufhin den Prozess, durch den ein Schulbuch vom Unterricht verbannt werden kann und machte klar, dass jedes Ersatzbuch Standards erfüllen müsse.

Diese Standards beinhalten: Schülern der 6. Klasse müssten christliche, jüdische, buddhistische und hinduistische Inhalte gelehrt werden. In der 7. Klasse gehört der Islam - inklusive seiner historischen Verbindung zum Juden- und Christentum - zum Lehrplan und erfüllt die Standards.

Der Nationale Rat für Sozialwissenschaften, eine professionelle Organisation, die Sozialkundelehrer unterstützt, nennt die Lehren über die unterschiedlichen Religionen einen "wesentlichen" Teil des Lehrplans:

"Nicht nur ist das Wissen über Religionen ein Merkmal gebildeter Menschen, es ist ebenfalls wichtig für eine engagierte und effektive Gesellschaft in einer vielfältigen Nation und Welt. Religiöse Alphabetisierung verhindert Klischees, fördert die interkulturelle Verständigung und die Achtung vor der Religionsfreiheit."

Der US-Bundesstaat Tennessee ist gerade dabei, die Standards nun zu ändern. So oder so, ein Entwurf über die neuen Standards beinhaltet ebenfalls die Lehre der Weltreligionen.

Dieser Text erschien ursprünglich in der Huffington Post USA und wurde von Bettina Pohl aus dem Englischen übersetzt.

Dieses Video zeigt, wie nah wir einer 100 Jahre alten Horrorvision gekommen sind

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(lk)