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Alles falsch in "Narcos" - Staffel 2? Die Wahrheit über Drogenboss Pablo Escobar

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NARCOS
Die Netflix-Serie "Narcos" erzählt vom Aufstieg und Fall des Drogenbosses Escobar, doch anscheinend besteht sie mehr aus Fiktion als aus Fakten. | Netflix
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  • Escobars Sohn Sebastian Marroquin wirft Netflix Unwahrheiten vor
  • Das ist alles falsch in Staffel 2 von "Narcos"
  • Staffel 3 und 4 sind angekündigt - Achtung Spoiler

"Narcos" läuft seit dem 28. August 2015 auf der VoD-Plattform Netflix und hat schon mit der ersten Staffel eine große Menge an Fans gewonnen. Seit Anfang September ist nun auch die zweite Staffel bei Netflix und isnotTV zu finden. Während in der ersten rund 15 Jahre aus dem Leben Pablos Escobars beschrieben wurden, beschäftigt sich die zweite Staffel mit gerade einmal 18 Monaten.

Doch die haben es in sich! Pablo Escobar lebt nach seiner Flucht aus dem Gefängnis La Catedral und liefert sich ein nie gekanntes Katz-und-Maus-Spiel mit der DEA, die nun auch Hilfe von der CIA bekommen hat.

"Narcos" - 2. Staffel

Pablo Escobars Sohn wirft Netflix 28 Unwahrheiten vor

In Staffel 2 überschlagen sich die Ereignisse und um so mehr wird der Protest von Nachkommen Pablo Escobars laut. Sein Sohn Sebastian Marroquin hat auf Facebook 28 Fakten aufgelistet, die Netflix angeblich in der Serie falsch dargestellt hat.

Er hatte zuvor den Produzenten der Serie seine Hilfe bei der korrekten Darstellung der Ereignisse angeboten und eine Beteiligung am Gewinn gefordert. Da dies gescheitert ist, hat Marroquin nun selbst ein Buch über seinen berüchtigten Vater geschrieben. Ist der ganze Vorwurf also nur eine ausgefeilte PR-Strategie?

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Einige der 28 Punkte scheinen banal. Zum Beispiel hat Netflix dem Drogenboss offenbar den falschen Lieblings-Fußballverein angedichtet. Auch war der Taxifahrer, den Pablo in Staffel 2 anheuert, sodass er sich unerkannt fortbewegen kann, war angeblich schon seit vielen Jahren in seinen Diensten.

Marroquins Liste macht aber auch klar, dass manche Charaktere deutlich negativer dargestellt wurden, als sie eigentlich waren. Zum Beispiel betont er nachdrücklich, dass Pablos Frau Tata Escobar niemals eine Waffe gekauft oder diese sogar eingesetzt hätte.

Auch Escobar selber wird in einigen Szenen mit Familienmitgliedern wie seinen Kindern oder Eltern gewalttätig darstellt, doch das war er angeblich niemals.

Der Robin Hood und gerissene Drogenboss Pablo Escobar

Bei Pablo Escobar treffen Güte und Grausamkeit in einer unheilvollen Kombination aufeinander, die dem Zuschauer gehöriges Kopfzerbrechen bereitet.

Aber Antihelden ja sind beliebt in Netflix-Serien. Man denke nur an Walter White oder Jimmy McGill, besser bekannt als Saul Goodman. Walter White avancierte in "Breaking Bad" vom schüchternen Chemielehrer zum gefürchteten Drogenboss und wurde dabei ständig von seinem inneren Zwiespalt geplagt.

Pablo Escobar ist dagegen ein Charakter mit zwei völlig unterschiedlichen Seiten. Er kümmert sich rührend um seine Familie oder auch die armen Menschen in seiner Heimatstadt, doch andererseits ermordet er kaltblütig seine Widersacher und strebt nach immer größerer Macht.

Das bringt ihm schwere Konkurrenz wie das Calí Kartell ein und hetzt ihm die CIA auf den Hals. Doch selbst da gibt er noch nicht auf. Pablo hat keine unheilbare Krankheit, die ihn ins Drogengeschäft bringt, er ist einfach ein Mann mit Visionen, der sich sich Ziele wie die Präsidentschaft Kolumbiens setzt. Und wo andere gierig und machthungrig wirken würden, erscheint er nur ambitioniert.

Netflix kündigt Staffel 3 und 4 an- Achtung Spoiler!

In Staffel 2 wurde Pablo Escobar in einem hitzigen Gefecht mit der DEA getötet. Sein Sohn behauptet allerdings, die Serie läge darin falsch - viel wahrscheinlicher habe sein Vater Selbstmord begangen.

Egal welche Theorie nun stimmt, "Narcos" wird in Zukunft ohne seinen Drogenboss im Schafspelz auskommen müssen. Netflix hat aber bereits 2 neue Staffeln angekündigt. Bei der US-Regierung war die Erleichterung nach dem Tod des Drogenkönigs enorm, aber tatsächlich ist der Kokaintransport von Kolumbien in die USA danach noch weiter angestiegen.

In den kommenden Staffeln dürfen wir uns also noch auf einige spannende Wendungen einstellen; denn der Drogenkrieg, der Politiker, Geheimdienste und Drogenkartelle in Atem hält ist noch lange nicht vorbei.

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