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Polizeigewerkschaftschef Wendt über Kriminelle: "Sie verachten unser Land und lachen über unsere Justiz"

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MAIN STATION BERLIN
Polizisten am Berliner Hauptbahnhof | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Rainer Wendt, Vorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft, hat vor steigender Kriminalität an deutschen Bahnhöfen gewarnt
  • Es habe sich eine gewaltbereite Szene etabliert, sagte Wendt in einem Interview
  • Gleichzeitig kritisierte er die Justiz für zu milde Urteile

Der Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat die Drogenproblematik und die damit einhergehende Kriminalität an Bahnhöfen kritisiert.

Der "F.A.Z.-Woche" (Freitag) sagte er: "Frankfurt ist leider kein Einzelfall. Der Kölner Bahnhofsvorplatz und die Szene rund um den Hamburger oder Düsseldorfer Hauptbahnhof sind weitere negative 'Hotspots', die Erscheinungsformen dieser Kriminalität haben sich seit Jahren verfestigt und der Täterkreis ist nahezu überall der gleiche."

In Berlin, so Wendt weiter, wichen die Täter auf andere Bereiche aus: "Görlitzer Park oder neuerdings andere Parks in der Hauptstadt sind hier die Tatorte."

"Die Polizei tut was sie kann"

Bei den Tätern handele es sich häufig um aus Nordafrika stammende Intensivtäter. Wendt verwies gegenüber der "F.A.Z."-Woche auf den "Casablanca-Bericht", der die Szene rund um den Düsseldorfer Bahnhof dokumentierte und in dem von 2244 Nordafrikanischen Intensivtätern die Rede ist, die "seit etlichen Jahren dort sind".

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft sagte: "Dies ist also längst kein Phänomen der aktuellen Flüchtlingsdebatte, wenngleich aus dem afrikanischen Raum natürlich jetzt reichlich 'Verstärkung' für die vorhandene Szene eingetroffen ist."

Wendt sagte weiter, die Polizei tue "alles, was Polizei tun kann", und zwar unter "Inkaufnahme eines hohen Einsatzrisikos für die Kräfte, denn der bekannte Täterkreis zeigt sich bei Festnahmen häufig ausgesprochen gewaltbereit".

"Die Täter bleiben unbehelligt"

Doch ende das erfolgreiche Vorgehen bei der Justiz: "Wenn keine Untersuchungshaft angeordnet wird, keine Haftstrafen verhängt werden und keinerlei Abschiebungen erfolgen, kann die Polizei so viele Festnahmen durchführen, wie sie will, die Täter bleiben unbehelligt. Sie verachten unser Land und lachen über unsere Justiz", kritisierte Wendt.

Wenn die Politik nicht die Voraussetzungen schaffe, "damit dauerhafte Intensivtäter wieder abgeschoben werden können und die Justiz sich ebenso verweigert, wird die Polizei dieses Problem nicht lösen".

Zuletzt hatte die grüne Bürgermeisterin des Berliner Stadtbezirks Kreuzberg Monika Hermann in einem Interview mit der "Zeit" vor der zu eskalieren drohenden Drogen-Kriminalität in ihrem Stadtteil gewarnt. "Übliche Maßnahmen wie Razzien und mehr Sozialarbeiter funktionieren in Berlin nicht mehr", sagte Hermann der Zeitung.

Sie forderte deshalb jüngst "mehr Polizeipräsenz und Sichtbarkeit, in Uniform, zudem mobile Polizeiwachen" - sonst drohten ganz Berlin Kreuzberger Zustände, warnte die Politikerin.

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