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Venus: Unser Nachbar, der hellste Stern am Himmel

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PLANET VENUS
Die Venus ist von der Erde aus deutlich erkennbar | noriakimasumoto via Getty Images
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  • Die Venus gilt als physikalischer Zwilling der Erde
  • Auch mit bloßem Auge ist die Venus von der Erde aus gut erkennbar
  • Schon 41 Sonden erkundeten den Planeten

Die Venus ist unser innerer Nachbar im All. Sie ist der Erde so ähnlich, wie kein anderer Planet im Sonnensystem und doch gibt es gravierende Unterschiede.

Unser physikalischer Zwilling

Die Venus kommt uns näher als unser äußerer Nachbar Mars. Während ihr Mindestabstand zur Erde 38 Millionen Kilometer beträgt, nähert sich uns Mars höchstens auf 56 Millionen Kilometer Abstand an. Die Venus ähnelt der Erde in ihren physikalischen Eigenschaften sehr.

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Sowohl Größe, Masse, Dichte als auch innerer Aufbau stimmen annähernd überein. Auch die Schwerkraft wirkt fast so wie auf unserem Planeten. Bringt ein Mensch auf der Erde 80 Kilogramm auf die Waage, wären es auf der Venus 72 Kilogramm.

Physikalisch könnte die Venus als unsere kleinere Zwillingsschwester durchgehen. Neben diesen Ähnlichkeiten gibt es allerdings gravierende Unterschiede.

So nah und doch so anders

Für eine Sonnenumrundung benötigt die Venus 225 Tage. Bei der Rotation um die eigene Achse ist sie allerdings viel langsamer als die Erde. So kommt es, dass ein Venustag länger ist als ein Venusjahr, denn es vergehen 243 Erdentage bei einer Venusrotation.

Neben diesem Paradox liegen die Hauptunterschiede zwischen Erde und Venus in der Geologie und der Atmosphäre. Ihre Atmosphäre besteht zu 96 Prozent aus Kohlenstoffdioxid und der Druck ist 90 mal höher als auf der Erde. Leben ist dort also nicht möglich.

Abgesehen von Kohlenstoffdioxid und viel Schwefelsäure aus Vulkanausbrüchen, sinken die Temperaturen das ganze Venusjahr über nie unter 400 °C. Mit Spitzentemperaturen von 480 °C ist es auf ihr durch den Treibhauseffekt sogar heißer als auf dem sonnennächsten Planeten Merkur.

Die Lufthülle der Venus ist im Übrigen so dicht, dass der Sonnenaufgang dort gar nicht zu sehen ist. Obwohl sie der Sonne näher ist als die Erde, herrscht dort tagsüber nur Dämmerlicht. Auch besitzt die Venus keinen eigenen Mond.

venus
Ein seltener Anblick auf der Erde: Die Venus passiert die Sonne (Juni 2012)

Häufiger Sonden-Besuch

Während bei Merkur erst zwei Raumsonden zu Besuch waren, gab es schon sehr viele Venus-Erkundungen. Bereits 41 Sonden haben sich zu ihr auf den Weg gemacht und weitere sind geplant.

Lange war es völlig unbekannt, wie es auf der Venus aussieht, denn sie ist von einer dicken Wolkenschicht umgeben. Durch die mittlerweile gesammelten Bilder, haben wir einen relativ genauen Eindruck über ihre Beschaffenheiten.

Der Großteil ihrer Oberfläche besteht aus sanft geschwungenen Ebenen mit leichten Erhebungen. Es gibt allerdings auch viele tiefe Mulden, namentlich: Atalanta Planitia, Guinevere Planitia, Lavinia Planitia. Außerdem gibt es zwei große Gebirgszüge.

Ishtar Terra liegt auf der nördlichen Halbkugel und ist etwa so groß wie Australien. Aphrodite Terra liegt entlang des Äquators und ist circa so groß wie Südamerika. Neben Gebirgen und Ebenen ist die Venus geprägt von Pfannkuchenvulkanen und Lavaflüssen. Außerdem kommt es auf ihr häufig zu Beben.

Der hellste Stern am Himmel

Mit dem bloßen Auge ist die Venus sehr gut zu erkennen. Nach dem Erdmond ist sie das hellste Gestirn am nächtlichen Himmel. Weil sie als unterer Planet nie gegen Mitternacht zu sehen ist, wird sie auch als Morgen- und Abendstern bezeichnet.

Vielleicht verdankt sie ihrem hellen Scheinen den Namen der römischen Göttin der Liebe: Venus. Neben der Liebe im allgemeinen steht sie auch für erotisches Verlangen und Schönheit. Doch nicht nur die Römer benannten den hellen Stern wie ihre schönste Göttin.

Bei den Babyloniern hieß sie Ishtar, die Ägypter gaben ihr den Namen ihrer Göttin Isis, und bei den alten Germanen nannte man sie Freya. Die Griechen nannten sie Aphrodite.

Glaubt man den Verehrungen verschiedener Erdenvölker und ihren Vergleich der Venus mit wunderschönen Göttinnen, ist sie wohl nicht nur der hellste Stern für den Menschen, sondern auch der schönste.

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