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Uranus: Der rollende "Himmelsgott" unseres Sonnensystems

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URANUS
Der Uranus ist 2,9 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt | Albert Klein via Getty Images
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  • Uranus ist der siebte Planet unseres Sonnensystems
  • Erst im Jahr 1781 wurde er von Wilhelm Friedrich Herschel entdeckt
  • Der Gasriese besitzt 13 Ringe und zahlreiche Monde

Uranus ist von der Sonne aus gesehen der siebte Planet im Sonnensystem. Er zählt mit Jupiter, Saturn und Neptun zu den vier Gasriesen.

Kein alter Bekannter

Mit einer durchschnittlichen Sonnenentfernung von 2,9 Milliarden Kilometer ist Uranus sehr weit weg von uns. Er gehört zu den Planeten, die erst mit Hilfe des Teleskops entdeckt wurden.

Während Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn schon seit der Antike bekannt sind, stieß Wilhelm Friedrich Herschel erst 1781 auf den neuen Planeten. Er benannte ihn nach dem zu der Zeit regierenden englischen König georgium sidus (Georgsgestirn). Um den Namen den anderen lateinischen Planetenbezeichnungen anzupassen, wurde er in Uranus umbenannt. In der griechischen Mythologie stellt Uranus den Himmel in Göttergestalt dar.

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Da er der drittgrößte Planet im Sonnensystem ist, lässt sich die Bezeichnung als Himmelsgott schon rechtfertigen. Sein Durchmesser beträgt 51 000 Kilometer, damit ist er etwa viermal so groß wie die Erde. Lange Zeit konnte man durch die Beobachtungsmethoden jedoch nichts auffälliges an ihm nachweisen. Er war ein grünlich, blaues Scheibchen ohne besondere Merkmale.

Entdeckung seiner Ringe

Der Vorbeiflug der Sonde Voyager 2 brachte eine Sensation ans Tageslicht. 1977 konnte ein Ringsystem von Uranus nachgewiesen werden, als er vor einem Stern im Hintergrund vorbeizog. Voyager 2 konnte insgesamt elf Ringe nachweisen, deren Partikel größer sind als die der Saturn-Ringe.

Mit dem bloßen Auge sind die Uranus-Ringe durch das Teleskop jedoch nicht zu beobachten. Durch das Weltraumteleskop Hubble wurde 2005 ein weiterer Ring außerhalb der anderen entdeckt. Ähnlich wie der Phoebe-Ring des Saturns besteht dieser aus feinen Staubpartikeln. Mittlerweile weiß man von 13 Uranus-Ringen, in deren Nähe sich zahlreiche kleine Monde aufhalten.

voyager 2
Die Sonde Voyager 2 entdeckte 1977 die Ringe von Uranus

Die Monde von Uranus

Insgesamt sind 27 Monde des Uranus bekannt. Ihre Durchmesser liegen zwischen 10 und 1600 Kilometer. Die beiden größten von ihnen entdeckte bereits Herschel und nannte sie Titania und Oberon. Zusammen mit den später entdeckten Monden Miranda, Ariel und Umbriel sind das die fünf Hauptmonde von Uranus. Unter den fünf Monden scheint Ariel mit seinen wenigen Einschlagslöchern der jüngste und Umbriel der Älteste zu sein.

Der rollende Planet

Eine Besonderheit von Uranus erstaunt die Astronomen. Da seine Rotationsachse um 98 Grad gegen die Bahnebene geneigt ist, rollt der Planet wie ein Rad auf seiner Bahn entlang. Diese Rotation findet rückläufig zur Bahnbewegung statt. Noch gibt es für dieses Phänomen keine abschließende Erklärung.

Seine Rotation dauert etwa 17 Stunden und für einen Umlauf um die Sonne benötigt Uranus 84 Jahre. Bezüglich seines Aufbaus lässt sich sagen, dass durch die Druck- und Temperaturzunahme die Gase im Inneren eine hohe Dichte erreichen.

Nach etwa einem Drittel des Planetenradius beginnt ein Mantel von Hochdruckvarianten aus Wassereis mit Beimengungen von Methan und Ammoniak. Wegen diesem plastischen Mantel wird Uranus wie sein äußerer Nachbar Neptun auch als Eisriese bezeichnet.

Aufgrund der großen Entfernung zur Erde gestaltet sich ein Sonden-Besuch zu Uranus schwer. Bisher lieferte die Raumsonde Voyager 2 die meisten Bilder von ihm. Sie benötigte allerdings neun Jahre für ihre Reise zu ihm. Sie ist bisher die einzige Uranus-Mission und startete im August 1977 und konnte sich bis auf 81 500 Kilometer an Uranus annähern. Voyager 2 gilt als einer der größten Erfolge der NASA und der Raumfahrt allgemein, da sie heute noch regelmäßig Daten zur Erde sendet.

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