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"Das ist Volkes Stimme": Bei "Maischberger" bekennt sich AfD-Politikerin von Storch zu den Dresdner Pöblern

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Im Video oben: Fünf Thesen von Wutbürgern - in zweieinhalb Minuten widerlegt

Sandra Maischbergers Sendung "Pleite für die Populisten? - Sieg für Europa?" stand noch unter dem Eindruck der Vorfälle in Dresden bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit.

Ein Einspieler zeigte Aufnahmen des "Welt"-Journalisten Martin Heller. Darin beschimpfen Demonstranten in Dresden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Schimpfworten unter der Gürtellinie und "Volksverräterin" - auch ein "Heil"-Ruf scheint zu hören.

Doch AfD-Politikerin Beatrix von Storch stellte sich klar auf die Seite der Pöbler. "Das ist Volkes Stimme", sagte sie. Natürlich seien es "keine schönen Bilder und Worte". Doch nicht jeder könne sich so dezidiert ausdrücken wie ein Bundespräsident. "Wir müssen anerkennen, dass die Menschen wütend sind", so von Storch.

"Was die AfD macht ist Volksverhetzung und demokratiefeindlich"

Darauf reagierte der Grünen-Politiker Anton Hofreiter empört. Es sei unsäglich, so zu tun, als ob "diejenigen, die sich besonders unflätig benehmen und pöbeln, das Volk wären". Die große Mehrheit, die sich gegen dieses Verhalten verwahre, würde dadurch beleidigt.

Die Journalistin Lea Rosh bezeichnete die Dresdner Demonstranten schlicht als "Pöpel". Was die AfD mache, sei "Volksverhetzung und demokratiefeindlich". In Wirklichkeit gehe es diesen Menschen nicht um Flüchtlinge, sondern um ihr Gefühl der sozialen Abgehängtheit. Schließlich seien der AfD-Hochburg Mecklenburg-Vorpommern nur 2,03 Prozente aller Flüchtlinge, die in Deutschland angekommen sind, zugewiesen worden - 3018 Menschen insgesamt.

Von Storch focht das nicht an. "In Mecklenburg gibt es auch Menschen, die sich für den Erhalt des Regenwaldes einsetzen, obwohl es dort keinen Regenwald gibt." Sie warf ihren Gegner in der Talkrunde vor, dass sie den Bezug zu den Bürgern verloren hätten.

"Wer Menschlichkeit verletzt, verletzt EU-Recht"

Am Rande lieferten sich Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn, Hofreiter und der ungarische Politiker Gergeley Pröhle heftige Wortgefechte über das am Wochenende abgehaltene Referendum, bei dem über die Aufnahme von Flüchtlingen aus anderen EU-Ländern entschieden werden sollte.

Der Grüne kritisierte, dass das ungarische Referendum "eine alberne Frage" gewesen sei. Schließlich könne sich Ungarn nach EU-Recht der Aufnahme von Flüchtlingen gar nicht verweigern. "Es war etwas im Angebot, was gar nicht möglich ist."

Asselborn behauptete, dass Ungarn heute nicht mehr in die EU aufgenommen würde. "Wer Menschlichkeit verletzt, verletzt EU-Recht", so der luxemburgische Außenminister. Pröhle konterte gelassen: "Wenn die Schengen-Regeln nicht eingehalten werden, verletzt das EU-Recht."

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(sk)