Huffpost Germany

McDonald's verwehrt einer Obdachlosen ein Glas Wasser - dann platzt einem Gast der Kragen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HOMELESS
McDonald´s verwehrte einer Frau ein Glas Wasser. | Screenshot
Drucken

Jonathan Pengelly aus Cardiff im britischen Wales wollte eigentlich nur einen nächtlichen Snack bei McDonald’s zu sich nehmen. Doch sein Besuch bei dem Fast Food-Riesen nahm eine unerwartete Wende - als er in der Schlange vor sich eine obdachlose Frau wahrnahm.

Sie fragte nach einer Tasse mit heißem Wasser. Wer denkt, das sollte kein Problem sein, irrt sich. Der Angestellte des Restaurants verweigerte ihr das wärmende Getränk. Ein Schock für Pengelly. Obwohl ihm die Frau vollkommen fremd war, zeigte er Zivilcourage und mischte sich in die Situation an der Kasse ein.

Nicht nur das: Er sorgte auch dafür, dass die Frau das Restaurant nicht ohne Essen und Trinken verlassen musste.

"Das ist einfach nur ekelhaft"

Die Situation schildert er in einem Facebook-Post, den er nach dem Erlebnis schrieb.

"So, meine Nacht nahm eine unerwartete Wende! Bevor ich nach Hause gehen wollte, landete ich in der Schlange von McDonald's, die wohl jeder fürchtet. Unweigerlich nahm ich die Dame, die vor mir anstand, wahr. Alles wonach sie fragte war eine Tasse mit heißem Wasser.

Der Angestellte verweigerte ihr diese. Keine Ahnung, was er sich dabei gedacht hat. Aber die Dame, ganz klar obdachlos, fragte einfach nur nach einem Menschenrecht. Und es ist einfach nur ekelhaft, dass eine milliardenschwere Firma, zu ihrem Anliegen "Nein" sagt!

Das hat mir das Herz gebrochen! Also sprach ich mit ihr und bat sie, zu bestellen, was sie gerne hätte. Ich rechnete damit, dass sie einfach alles bestellen würde. Ich war so geschockt. Sie fragte nach einem einzigen Cheeseburger, nicht mehr.

Dann kauften wir so viel wie wir tragen konnten. Damit ich sicher sein konnte, dass sie das Restaurant nicht hungrig verlässt. Ich konnte sie aber nicht einfach so gehen lassen. Sie war so liebenswürdig. Also setzte ich mich mit ihr hin - auf den harten, kalten Boden.

Und wisst ihr, was ich getan habe? Ich habe mir die Augen ausgeweint.

Wisst ihr: Wenn die Bürger von Cardiff einfach nur an diesen Obdachlosen vorbei gehen und nichts tun - weil es ihnen finanziell nicht möglich ist - verstehe ich das. Aber Menschen sind vorbeigelaufen und haben sie ausgelacht.

Es ist mir egal, wer du bist und ob du es wirklich getan hast. Aber wenn du das liest: Ich hasse dich!

Als ich mit ihnen sprach, war ich einfach nur schockiert über ihre Geschichten und darüber, wie gebildet sie waren! So voll mit Leben und so enthusiastisch - obwohl sie nichts haben!

Ich habe Polly und ihren Freund zu mir nach Hause eingeladen. Gemeinsam kochten wir viel Essen, das für sie und ihre Freunde für die nächsten Nächte reichen wird. Wir haben das Essen verpackt und es in ihre Taschen gelegt.

Polly und ihr Kumpel nahmen eine Dusche, putzten ihre Zähne und sagten, dass sie sich in ihrem ganzen Leben noch nie so geschätzt vorkamen.

Ich bin kein Heiliger. Aber diese zwischenmenschliche Tat hat mich um die 20 Pfund (rund 22 Euro) gekostet. Ich bin mir sicher: 90% der Menschen, die diesen Text lesen, verdienen das Zehnfache an einem einzigen Tag.

Es kostet nichts, freundlich zu sein und ich hoffe wirklich, dass mein Beitrag von vielen geteilt wird - um die Aufmerksamkeit auf Obdachlose zu lenken.

Polly und ich haben telefoniert und ich habe ihr versprochen, dass sie nie wieder hungern oder frieren muss! Ich habe ihr Decken, Kissen und Essensvorräte mitgegeben.

Wenn ihr jemanden auf der Straße sitzen seht: Schaut nicht auf ihn herab, als sei er ein Niemand. Du weißt nicht, was er schon alles erlebt hat. Spar dir deine Gedanken einfach!

Es ist mir auch egal, wie ich momentan aussehe, weil ich weine!

Polly, du hast mich verändert!"

Fast-Food-Riese äußert sich zu dem Vorfall

McDonald’s äußerte sich in einem Statement zu der Situation. Polly wurde der Service verweigert, weil sie in der Filiale Hausverbot hat. "Es gibt keine McDonald’s-Richtlinie, die das Verbannen von Obdachlosen aus unseren Restaurants rechtfertigen würde", gab die Kette bekannt.

Und: "In Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei mussten unsere Filialen in Cardiff einige Individuen aus den Räumlichkeiten schmeißen, weil sie illegalen Aktivitäten nachgingen oder sich asozial verhalten haben."

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

Unterstütze sie jetzt bei dieser Arbeit und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

Entlarvende Produktions-Bilder: Was aus dieser widerlichen Pampe gemacht wird, esst ihr regelmäßig

(vr)