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Kaffee kann das Demenz-Risiko senken - aber nur wenn ihr zu dieser Gruppe von Menschen gehört

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Spätestens seit dem Film „Honig im Kopf“ von Til Schweiger ist das Thema „Demenz“ wieder in der Öffentlichkeit präsent. Wie es ist, den Großteil des Gedächtnisses zu verlieren, ist dabei für viele allerdings kaum nachzuvollziehen. Betroffene ringen um Worte, finden sich nicht mehr zurecht und erkennen die eigene Familie nicht mehr. Ein schreckliches Szenario.

Wie und warum diese folgenschwere Krankheit im menschlichen Gehirn ausgelöst wird, darüber rätseln Wissenschaftler nun schon seit Jahrzehnten. Um dem krankhaften Vergessen vorzubeugen, rät eine amerikanische Wissenschaftlerin nun zu einer etwas ungewöhnlichen Präventivmaßnahme: koffeinhaltige Getränke.

Besonders für eine Zielgruppe ist die Studie bedeutsam

Vor allem bei Frauen, die 65 Jahre und älter sind, könnten Kaffee, Cola oder Schwarztee Wunder bewirken. Zu diesem Schluss kommt Ira Driscoll, Professorin für Psychologie an der Universität von Wisconsin in Milwaukee, nach der Auswertung ihrer Untersuchungen.

Die Ergebnisse ihrer Studie, die im April abgeschlossen war, hat sie nun in der amerikanischen Zeitschrift „Gerontology, Serie A: Biological Sciences and Medical Sciences“ veröffentlicht. Die sich häufenden Beweise für den Koffeinkonsum als ein potenzieller Schutzfaktor gegen kognitive Schwächungen sind aufregend – auch in Anbetracht dessen, das Koffein ein modifizierbarer Diätfaktor ist“, sagt Driscoll.

Die Studie soll in dieser Form einzigartig sein

Gemeinsam mit anderen Forschungskollegen verwendete die Professorin die Daten von 6467 Frauen, die allesamt zwei Dinge gemeinsam hatten: Sie hatten die Menopause bereits hinter sich und tranken mehr oder weniger gerne koffeinhaltige Getränke.

Die Studie ergab, dass diejenigen Frauen über 65 Jahren, die überdurchschnittlich viel Koffein zu sich nahmen - nach eigenen Angaben etwa zwei bis drei Tassen Kaffee, fünf bis sechs Tassen Schwarztee oder sieben bis acht Flaschen Cola pro Tag - deutlich seltener von einem Arzt eine mögliche Demenzerkrankung oder mögliche kognitive Schwächung diagnostiziert bekamen.

Die Studie sei in dieser Form einzigartig, sagt Driscoll, da Forscher eine noch nie dagewesene Möglichkeit hatten, über einen größeren Zeitraum die Beziehungen zwischen Koffeinkonsum und Demenz bei einer größeren Gruppe Frauen zu untersuchen.

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(pb)