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Erdogan-Anwalt will Beschwerde gegen Böhmermann-Entscheidung einlegen

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ERDOGAN
Der Anwalt des türkischen Präsidenten Recep Erdogan will Beschwerde gegen die Böhmermann-Entscheidung einlegen | Damir Sagolj / Reuters
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  • Der Anwalt des türkischen Präsidenten Recep Erdogan will Beschwerde gegen die Böhmermann-Etnscheidung einlegen
  • Die Anklagebehörde hatte am Dienstag das Verfahren gegen den Satiriker Jan Böhmermann eingestellt
  • In einem Youtube-Statement kritisierte Böhmermann seinerseits die türkische Politik

Der Münchner Anwalt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan will Beschwerde gegen die Einstellung des Böhmermann-Verfahrens einlegen.

"Ich kann bestätigten, dass die Beschwerde eingelegt werden soll", sagte Michael-Hubertus von Sprenger der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Die Beschwerde müsse binnen 14 Tagen eingelegt werden, sagte von Sprenger weiter.

"Bild" zufolge hat Erdogan seinen Anwalt angewiesen, die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Mainz anzufechten.

Böhmermann reagiert mit Kritik an türkischer Politik

Die Anklagebehörde hatte am Dienstag erklärt, dem TV-Satiriker Jan Böhmermann (35) seien keine strafbaren Handlungen mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen.

Böhmermann hat seinerseits das Ende der Ermittlungen gegen ihn wegen seines "Schmähgedichts" mit scharfer Kritik an der türkischen Politik kommentiert.

"Im Vergleich zu dem, was kritische Journalisten, Satiriker oder Oppositionelle in der Türkei damals und auch jetzt gerade durchmachen, ist dieses ganze Theater um die Böhmermann-Affäre schon wieder ein großer trauriger Witz", sagte der Satiriker in einem am Mittwoch veröffentlichten YouTube-Clip.

"Wenn ein Witz eine Staatskrise auslöst"

Auch den Wirbel, den das Gedicht in Deutschland ausgelöst hatte, kommentierte er mit einer Spitze: "Wenn ein Witz eine Staatskrise auslöst, ist das nicht das Problem des Witzes, sondern des Staates."

Böhmermann hatte das "Schmähgedicht" über Erdogan Ende März in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragen und wollte mit diesem Beispiel zeigen, was in Deutschland als Satire erlaubt und was auch hier verboten sei.

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(lk)