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Perseiden: Romantischer Sternschnuppenschauer oder galaktische Schmutzspur?

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PERSEIDS
Der Perseiden-Schauer im August in einer Langzeitbeleuchtung | tdubphoto via Getty Images
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  • Die Perseiden treten jährlich im August in Erscheinung
  • Ihr Name stammt von dem Sternbild Perseus
  • Die Ursache für den Strom ist ein Komet namens Swift-Tuttle

Die Perseiden sind ein Meteorstrom im August und garantieren mit vielen Sternschnuppen in lauen Sommernächten maximale Romantik. Ihre Ursache ist weniger romantisch: eine galaktische Schmutzspur von einem Kometen.

Langanhaltendes Beobachtungsvergnügen

Über einen langen Zeitraum vom 17. Juli bis zum 24. August sorgen die Perseiden für Abwechslung am Nachthimmel. Sie kehren schon seit Jahren verlässlich wieder ohne nennenswerte Aktivitätsschwankungen. Den Höhepunkt an Sternschnuppen bieten sie, wenn ihr Ursprung hoch über dem Himmel steht.

An den Tagen um den 12. August wird dieses Maximum erreicht. Das beträgt etwa 100 Meteore pro Stunde. Der scheinbare Ursprung der Meteore, auch genannt Radiant, steht dann im Zenit. Von seinem Radiant erhält der Sternschnuppenschauer auch seinen Namen: Das Sternbild Perseus.

Es liegt mitten im Band der Milchstraße und soll die Gestalt des griechischen Helden Perseus darstellen, der das Ungeheuer Medusa besiegte. Die Perseiden werden auch als Laurentiustränen oder Tränen des Laurentius bezeichnet. Das liegt daran, dass ihr Erscheinen mit dem Ehrentag des Märtyrer Laurentius am 10. August zusammenfällt. Er ist der Schutzpatron für viele Berufsgruppen, die mit offenem Feuer zu tun haben, wie Feuerwehrleute oder Bäcker.

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Ursache des Perseidenstroms

Die Ursache der Meteore ist allerdings nicht das Sternbild Perseus, sondern die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Dieser Komet wurde etwa zeitgleich und unabhängig von den amerikanischen Astronomen Lewis A. Swift und Horace Parnell Tuttle entdeckt.

Er umkreist auf einer elliptischen Bahn die Sonne, für die er 133 Jahre benötigt. Bei jedem Umlauf verliert der Komet Materie. Die Erde kreuzt im Sommer die Staubspur, die er dort hinterlassen hat. Wenn wir durch diese Staubteilchen fliegen, treffen sie mit hoher Geschwindigkeit auf unsere Erdatmosphäre und bringen die Luftmoleküle zum leuchten.

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Strenggenommen handelt es sich bei der für uns sichtbaren Sternschnuppe nicht um das Staubkorn, sondern das Rekombinationsleuchten ionisierter Luft.

Zwar fliegen die Meteore parallel zu einander. Doch weil unsere Netzhaut im Vergleich zum Himmel winzig ist, kommt es zu einer Zentralprojektion. Und so wirken die Meteore für uns wie stürzende Fluglinien, die aus einem Zentrum, eben dem Sternbild Perseus kommen.

shooting stars
Sternschnuppen wie diese, können im August durch den Perseidenstrom zuhauf auf der Erde beobachtet werden

Weitere Meteorstöme

Außer der Spur des Kometen Swift-Tuttle kreuzt die Erde noch andere Staubspuren. Um einen Vergleich der Meteorströme hinsichtlich ihrer Intensität zu unternehmen, wurde der Wert ZHS für Zenithal Hourly Rate eingeführt.

Er gibt die zenitale stündliche Rate des Meteorstroms an. Also die Anzahl der Meteore, die ein Beobachter unter Idealbedingungen bei diesem Strom sehen kann. Für die idealen Bedingungen muss der Radiant im Zenit und kein weiteres Hindernis im Weg stehen.

Hinsichtlich dieses Werts gibt es nur zwei intensivere Meteorströme neben den Perseiden: die Quadrantinen und die Geminiden. Beide haben eine ZHS von 120. Der scheinbare Ursprung der Quadrantiden liegt im Bärenhüter, lateinisch Bootes, weswegen sie auch Bootiden genannt werden. Sie treten in der ersten Januar Woche auf und erreichen ein Maximum von bis zu 200 Sternschnuppen in der Stunde.

Ganz klar ist nicht, welcher Mutterkörper für den Meteorstrom verantwortlich ist. Die Bahnparameter des Asteroid 2003 EH1 scheinen gut zu passen. Die Geminiden gelten gemeinhin als der stärkste Meteorstrom. Sie erreichen ihr Maximum um den 14. Dezember.

Das Sternbild Zwilling, lateinisch gemini, ist ihr Radiant und Namensgeber. Ursprung der Geminiden ist eine die Sonne umkreisende Staubwolke. Als ihr Ursprungskörper gilt der Asteroid (3200) Phaeton.

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