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"Rechter Schmieren-Journalismus": Lafontaine rastet auf Facebook aus

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OSKAR LAFONTAINE
Oskar Lafontaine hat einen Artikel in der Berliner "Tageszeitung" und die Presse in Allgemeinen heftig krisiert | Tobias Schwarz / Reuters
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  • Oskar Lafontaine hat einen Artikel in der Berliner "Tageszeitung" und die Presse in Allgemeinen heftig kritisiert
  • Der Artikel hat ein Interview zwischen Wagenknecht und Petry als "rechtes Konsensgespräch" kommentiert
  • Lafontaine spricht von einer "Kampfpresse", die die Linke und die AfD einander näher rücken wollen

Der ehemalige Parteivorsitzende der Linken, Oskar Lafontaine, hat nach einem Artikel in der "Tageszeitung“ die verantwortliche Journalistin und die Presse im Allgemeinen kritisiert.

In einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite teilte er gegen einen "rechten Schmieren-Journalismus“ aus, der die Partei Die Linke in die Nähe der AfD stellen wolle.

Wagenknecht und Petry lieferten sich Streitgespräch

Hintergrund ist das am Wochenende veröffentlichte Interview zwischen der Fraktionsvorsitzenden der Linken, Sahra Wagenknecht, und der Parteivorsitzenden der AfD, Frauke Petry, in der "Frankfurter Sonntagszeitung“, das die "taz“ kommentierte.

Petry hatte in dem Interview mehrmals inhaltliche Überschneidungen ihrer Partei mit der Linken betont, während Wagenknecht vehement die gegensätzlichen Positionen in der Flüchtlingspolitik und im Asylrecht hervorhob.

Die "taz“-Redakteurin Ulrike Herrmann bezeichnete das gemeinsame Interview der beiden in ihrem Artikel als "rechtes Konsensgespräch“ und unterstrich die Gemeinsamkeiten zwischen AfD und der Linken.

Lafontaine keilt gegen "neoliberale Kampfpresse"

Diesen Artikel verurteilte Lafontaine in dem Beitrag auf seiner Facebook-Seite heftig.

In dem Text von Herrmann sieht er einen weiteren Teil einer Kampagne "der neoliberalen Kampfpresse“, die versuche, die Linke in die Nähe der AfD zu rücken.

Die Redakteurin unterlasse es etwa, darauf hinzuweisen, dass "Sahra Wagenknecht diese durchsichtigen Umarmungsversuche Petrys mehrfach zurückweist, die fundamental unterschiedlichen Positionen zum Asylrecht thematisiert und Äußerungen Gaulands zur Zuwanderung als menschenverachtend bezeichnet“.

Mehr zum Thema: Lügenpresse-Vorwurf - Lafontaine: Deutsche Journalisten erhalten Befehle aus den USA

Entschieden missbilligt Lafontaine auch, dass die "taz“-Redakteurin in der Forderung Wagenknechts, den Notleidenden vor Ort zu helfen, eine gemeinsame Position zwischen AfD und Linke sehe.

"Zunächst müsste sie wissen, dass noch nie ein AfD-Politiker gefordert hat, die Hilfen für die notleidenden Menschen in den Herkunftsländern und in den angrenzenden Regionen aufzustocken“, schreibt Lafontaine, um dann nachzulegen: "Wagenknecht vertritt hier eine dezidiert linke Position.“

Lafontaine kritisiert auch Springer-Konzern

Es sei nicht der erste Versuch der Presse gewesen, die Linke und die AfD in einen Topf zu schmeißen. Als er Vorsitzender der Linken war, schreibt Lafontaine, habe der Vorstandsvorsitzende des Springer-Konzerns, Matthias Döpfner, versucht, ihm rechtes Gedankengut nachzuweisen.

Dass der Springer-Konzern und die Berliner "taz“ wahrlich keine Freunde sind, erwähnt Lafontaine in seinem Beitrag aber nicht.

"Mieser Hetzer"

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wurde der Beitrag von Lafontaine negativ aufgenommen. Ein Nutzer sieht in den Worten des ehemaligen Vorsitzenden der Linken reine Hetze:

Und nicht nur ein Nutzer meint ironisch, die Äußerungen Lafontaines würden denen der AfD-Anhänger ähneln:

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(vr)