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Meteoriten: Wie gefährlich sind die Brocken aus dem All?

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Meteoriten sind Gesteinsbrocken aus dem Weltall | PeopleImages.com via Getty Images
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  • Meteoriten gehören zu den Gesteinen
  • Je nach Größe können sie erheblichen Schaden auf der Erde anrichten
  • Bis zu 20.000 Meteoriten fallen pro Jahr auf die Erde

Meteoriten sind feste Brocken, die aus dem All stammen. Je nach Größe können sie durch ihren Aufschlag auf unserem Planeten zu Schaden führen.

Ein besonderer Stein

Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung werden Meteoriten zu den Gesteinen gezählt. Da ihr Bildungsort allerdings das Sonnensystem ist, kann man durch ihre Erforschung wertvolle Einblicke in dessen Frühzeit erhalten. Einige Mineralien, die in ihnen gefunden wurden, sind aus irdischen Vorkommen nicht bekannt etwa Carlsbergit CrN oder Osbornit TiN.

Insgesamt sind elf Minerale bekannt, die außer in Meteoriten nur synthetisch vorkommen. Stofflich unterscheidet man mehrere Meteoritengruppen: Stein-, Eisen- und Steineisenmeteoriten sowie die fragliche Gruppe der Tektite auch Glasmeteoriten genannt. Die Herkunft und Entstehung der letzten Gruppe ist noch sehr umstritten.

Mehr zum Thema: Größter Meteoriten-Krater aller Zeiten entdeckt

Steinmeteorite unterscheiden sich nochmal in Chondrite und Achondrite, je nachdem ob sie Chondren enthalten. Das sind millimetergroße Silikatkügelchen, die in eine Grundmasse eingebettet sind. Die Gruppe der Chondriten stellt mit 79 Prozent den größten Anteil der Meteoriten dar.

Wegen ihres galaktischen Ursprungs wurden Meteoriten früher auch als Aerolith, Luftstein, oder Uranolith, Himmelsstein, bezeichnet. Der Begriff Meteorit leitet sich vom altgriechischen metéōros ab, was „emporgehoben“ oder „in der Luft schwebend“ bedeutet.

Wenn ein Meteorit einschlägt


Je nach Größe kommt es auf der Erde bei einem Meteoriteneinschlag zu unterschiedlichen Konsequenzen. Kleinere Meteorite werden durch die Erdatmosphäre erheblich abgebremst, so dass sie im freien Fall auf der Erde landen, ohne zu Schaden zu führen.

Es sind nur etwa 100 Fälle mit Sachschaden bekannt. So wie bei dem 12 Kilo schweren Chondrit Peekskill. Er schlug im Bundesstaat New York am 9. Oktober 1992 in den Kofferraum eines geparkten Autos ein und landete dann im Asphalt der Auffahrt, wo er ein 15 cm tiefes Loch hinterließ.

Als gefährlich werden Objekte mit einem Durchmesser ab 500 Metern eingestuft. Einschläge von Körpern dieser Größe können verheerende Folgen haben, wie Flutkatastrophen oder Klimawandel. Forscher zählten 1100 Asteroiden mit einem Durchmesser über einem Kilometer, die der Umlaufbahn der Erde gefährlich nahe kommen.

Wie solche großen Einschläge sich verhindern lassen, beschäftigt die Forschung, so zum Beispiel das Projekt NEOShield (NearEarthObjects) der Europäischen Kommission. Jährlich fallen etwa 20000 Meteorite auf die Erde meistens ohne deutliche Spuren zu hinterlassen.

Die Anzahl der tatsächlich beobachteten Meteoritenfälle ist viel geringer. Von 2000 bis 2009 wurden 55 Fälle im Meteoritical Bulletin registriert und veröffentlicht.

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Der 50.000 Jahre alte Meteoriten-Krater von Arizona

Warum die Erde anders aussieht als der Mars

Wenn man sich überlegt, wie viele verschiedene astronomische Objekte das Weltall zu bieten hat, weisen die beiden terrestrischen Planeten Mars und Erde neben Unterschieden auch viele Ähnlichkeiten auf. Sicher, der Mars ist kleiner, hat zwei Monde und es ist wesentlich kälter auf ihm.

Dennoch besteht zwischen ihnen viel mehr Ähnlichkeit als zwischen der Sonne und dem Kometen Swift-Tuttle oder der Venus und dem Gasriesen Jupiter. Was erstaunlich abweicht, ist die Anzahl von Einschlagskratern auf ihrer Oberfläche: Während auf dem Mars rund 300 000 sicht- und messbare Überbleibsel von Meteoriten zu finden sind, gibt es auf der Erde nur 188 geologisch nachgewiesene Krater.

Eine Erklärung könnte sein, dass einfach noch nicht alle Einschlagskrater auf der Erde entdeckt wurden, da sie zum Beispiel im Ozean sind. Doch obwohl die Einschlagsquote für Meteoriten ähnlich hoch wie auf dem Mars ist, verschwinden die Krater auf der Erde schneller.

Das hat mit der Erosion auf der Erde zu tun. Sie lässt Krater und auch Gebirge schneller verschwinden als auf dem Mars. Noch langsamer verläuft die Erosion auf dem Mond. Im Gegensatz zur Erde, deren Oberfläche durch die Wirkungen von Wind und Regen ständig verändert wird, konnte der Mond durch die fehlende Atmosphäre seine Oberfläche größtenteils erhalten.

Ein Einschlagskrater der Erde wirkt am ehesten so wie die Krater des Mondes: der Barringer-Krater in Arizona. Zum einen liegt das daran, dass er mit 50000 Jahren sehr jung ist, zum anderen durch seinen Standort mit Wüstenklima.

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