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Affront auf Iran-Reise: Teheran sagt Treffen mit Gabriel kurzfristig ab

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SIGMAR GABRIEL IRAN
Ein Treffen von Sigmar Gabriel während seiner Iran-Reise ist kurzfristig abgesagt worden | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Ein Treffen zwischen Sigmar Gabriel und dem iranischen Parlamentspräsidenten ist kurzfristig abgesagt worden
  • Laut einem Medienbericht wird das in der Delegation des Bundeswirtschaftsministers als Affront gewertet

Ein Treffen von Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) mit dem iranischen Parlamentspräsidenten Ali Laridschani ist am Dienstag kurzfristig abgesagt worden.

Eine offizielle Begründung gab es zunächst nicht. Zuvor hatte der Bruder des Parlamentspräsidenten, Sadegh Amoli Laridschani, den Besuch von Gabriel im Iran kritisiert.

Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, wurde die kurzfristige Absage in der Delegation Gabriels als Affront gewertet. Laridschani wäre der hochrangigste Gesprächspartner des SPD-Chefs gewesen.

Hoffnung auf Durchbruch in den wirtschaftlichen Beziehungen

Mit seinem zweiten Teheran-Besuch innerhalb von 14 Monaten hat Gabriel auf einen Durchbruch in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran gehofft. Nach Angaben des iranischen Ölministers blieb der aber wegen der Probleme mit deutschen Banken bisher aus.

Mehr zum Thema: Gabriel kritisiert Manager der Deutschen Bank: "Sie tragen Verantwortung für den Wahnsinn"

"Wir haben Milliarden aus dem Ölexport, mit denen wir gute Geschäfte mit den Deutschen machen könnten", sagte Bidschan Namdar Sanganeh nach seinem Treffen mit Gabriel in Teheran. Dies sei aber derzeit nicht machbar, weil wegen Problemen mit Banken das Geld nicht überwiesen werden könne. Das Problem habe er mit dem deutschen Vizekanzler offen und ausführlich besprochen. Laut Sanganeh hatte Gabriel Verständnis für die iranische Verärgerung gezeigt.

Waffenstillstand in Syrien

Zweites großes Thema seiner Reise war der Bürgerkrieg in Syrien. Die iranische Regierung habe er bei seinem Besuch gebeten, "alles dafür zu tun, sich für einen Waffenstillstand einzusetzen", sagte der Vizekanzler der Deutschen Nachrichtenagentur.

Der Iran ist neben Russland der wichtigste Unterstützer des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Nach Angaben Teherans sind Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden als militärische Berater der syrischen Armee im Einsatz.

Klare Bedingungen für Beziehungen zum Iran

Vor seiner Reise hatte Gabriel noch in einem Interview gesagt: "Ein normales, freundschaftliches Verhältnis zu Deutschland wird erst dann möglich sein, wenn Iran das Existenzrecht Israels akzeptiert."

Nach der kurzfristigen Absage des letzten Treffens auf Gabriels Iran-Reise scheinen weitere Annäherungsversuche beider Länder erst einmal zum Stillstand gekommen zu sein.

Mit Material der dpa

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(sk)