Huffpost Germany

Beamter wünschte Pegida "erfolgreichen Tag" - Dresdner Polizei geht auf Distanz

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DRESDEN POLIZEI PEGIDA
Die Dresdner Polizeidirektion hat sich von dem Ausspruch eines Beamten distanziert, der Pegida-Anhängern "einen erfolgreichen Tag" gewünscht hatte | dpa
Drucken
  • Am Montag hatte ein Polizeibeamter in Dresden mit der Aussage "einen erfolgreichen Tag" an Pegida-Anhänger für Irritation gesorgt
  • Die Dresdner Polizeidirektion hat sich nun von dem Ausspruch distanziert und den Beamten zu einem Gespräch einbestellt
  • In einer Pressemitteilung zeigte sich die Polizei mit dem Einsatz am Montag zufrieden

Bei der Demonstration des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses am Montag sorgte eine Aussage eines Polizisten für Irritation. Der Beamte hatte den Demonstranten "einen erfolgreichen Tag" gewünscht.

Die Polizei in Dresden hat sich inzwischen von dieser Aussage distanziert.

Beamter zu einem Gespräch einbestellt

Der für den Ausspruch verantwortliche Polizeibeamte sei zu einem Gespräch ins Dresdner Polizeipräsidium einbestellt, teilte ein Polizeisprecher "Spiegel Online" mit.

Der Beamte komme nicht aus Sachsen, sondern aus einem anderen Bundesland, sagte ein Sprecher. Bei dem Gespräch zwischen dem Polizisten und dem Dresdner Polizeipräsidenten solle deutlich gemacht werden, "wo der Fehler lag" und welche Auswirkungen dies für die sächsische Polizei habe.

Bereits am Montag hatte sich die Polizeidirektion von der irritierenden Aussage distanziert. Diese Äußerung "entspricht nicht unserer Philosophie und wird einer Überprüfung unterzogen", hieß es in einer Mitteilung.

Insgesamt ist die Polizei zufrieden mit Einsatz

Ungeachtet der Störungen bei den Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit durch pöbelnde Demonstranten zeigte sich Dresdens Polizeipräsident zufrieden.

"Uns ist ein Spagat zwischen einem bürgernahen bunten Fest und der erforderlichen Sicherheit gelungen", erklärte Horst Kretzschmar am Montagabend in einer abschließenden Pressemitteilung. "Die vergangene Woche hat uns wirklich alles abverlangt. Die Erwartungen und der Druck waren enorm."

5000 Demonstranten waren auf den Straßen unterwegs

Der dritte und letzte Tag der Feierlichkeiten sei der Höhepunkt des Einsatzes gewesen. Bei mehreren Versammlungen und einem Festakt hatten unter anderem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck teilgenommen.

Die Einheitsfeier wurde jedoch durch die lautstarken Proteste mehrerer hundert Demonstranten gestört. Diese hatten Merkel und Gauck als "Volksverräter" beschimpft.

Mehr zum Thema: Innenexperten üben scharfe Kritik: Dresden-Pöbler treten das Recht auf freie Meinungsäußerung mit Füßen (EXKLUSIV)

Am Nachmittag waren dann bis zu 5000 Teilnehmer eines Pegida-Aufmarsches sowie Gegendemonstranten auf den Straßen unterwegs. Rund 2600 Polizeibeamten konnten Zusammenstöße der verschiedenen Gruppierungen verhindern.

Die Beamten registrierten bei den Versammlungen jedoch zahlreiche Verstöße gegen das Versammlungsrecht, das Betäubungsmittelgesetz sowie einen Verstoß gegen das Waffengesetz. Insgesamt seien die Versammlungen aber weitestgehend störungsfrei verlaufen, so der Polizeipräsident.

Nach Angaben der sächsischen Landesregierung kamen an den drei Festtagen mit 450.000 Menschen weniger Besucher als erwartet in die Dresdner Altstadt. Kalkuliert hatte sie mit etwa einer Dreiviertel Million Besuchern bei der 4,5 Millionen Euro teuren Einheitsfeier.

Mit Material der dpa

Ein junger Muslim rechnet mit Sachsen ab

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

Unterstütze sie jetzt bei dieser Arbeit und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(lk)