Huffpost Germany

"Am Ende rechnet sich das": Soros nennt 7-Punkte-Plan in Flüchtlingskrise

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SOROS
"Am Ende rechnet sich das": Soros nennt 7-Punkte-Plan in Flüchtlingskrise | Riccardo Savi via Getty Images
Drucken

Wer die Migrationsdebatte in Europa verfolgt, neigt zur Verzweiflung. EU-Staaten sind zerstritten, Nationalisten wollen ihre Länder am liebsten komplett abschotten - und die Ursachen der Flüchtlingskrise bleiben weitgehend ungelöst.

Der US-Starinvestor George Soros ist angesichts dessen alarmiert. Er beschreibt die Flüchtlingskrise als große Chance, die derzeit nicht genutzt werde.

"Indem EU-Mitgliedsstaaten Grenzzäune errichten, verfolgen sie eine eigennützige Migrationspolitik zulasten ihrer Nachbarn, die die EU weiter spaltet, den Mitgliedstaaten ernsthaft schadet und globale Menschenrechtsstandards untergräbt", schreibt er in einem Gastbeitrag für die "Welt".

"Am Ende rechnet sich das"

Darin legt er einen Sieben-Punkte-Plan vor - ein Strategiepapier, um die Flüchtlingskrise zu managen. "Wenn in der Flüchtlingsfrage wesentliche Fortschritte erzielt werden könnten, würde dies dazu führen, dass sich die anderen Probleme leichter bewältigen lassen", schreibt Soros. "Am Ende rechnet sich das."

In dem Papier fordert der Investor ein Migrations-Budget der EU von 30 Milliarden Euro jährlich. Das sind gewaltige Summen - Brüssel gibt in etwa so viel für die Landwirtschaft aus, dengrößten Posten im Brüssler Haushalt.

Dieses Geld soll, so Soros, vor allem jenen Ländern zu Gute kommen, die am meisten Flüchtlinge aufnehmen. "Länder, die am meisten Flüchtlinge aufnehmen, sollen deutlich stärker unterstützt werden", schreibt er. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Einen solchen Verteilungsmechanismus gibt es in der EU nämlich nicht.

Zudem fordert Soros einen freiwilligen Abstimmungsmechanismus für die Umsiedlung der Flüchtlinge. "Die EU kann die Mitgliedstaaten nicht zwingen, Flüchtlinge zu akzeptieren, die sie nicht wollen, und sie kann die Flüchtlinge nicht zwingen, an Orte zu gehen, wo sie unerwünscht sind", schreibt Soros.

Zentral sei es, dass die EU die Kontrolle über ihre Grenzen zurückgewinne. "Es gibt kaum etwas, das die Öffentlichkeit stärker verprellt und ängstigt als Szenen des Chaos", so Soros.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.