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Skandal überschattet Verleihung des Medizin-Nobelpreises

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LENDAHL
Der Sekretär des Nobelkomitees für Medizin, Urban Lendahl, gab seinen Rücktritt aus "Sorge um den Nobelpreis" bekannt | JONATHAN NACKSTRAND via Getty Images
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  • Ein Skandal überschattet in diesem Jahr die Verleihung des Nobelpreises für Medizin
  • Ein Bericht hat aufgedeckt, dass das Karolinska-Institut, das den Preis vergibt, einen Schwindler engagiert hatte
  • Der Skandal zog mehrere Rücktritte von Mitgliedern der Jury nach sich

Ein Skandal hat das Karolinska-Institut (KI) in Stockholm erschüttert, an dem 50 Juroren jedes Jahr über den Nobelpreis in Medizin entscheiden.

Das Institut hatte 2010 den italienischen Chirurgen Paolo Macchiarini engagiert, der Patienten künstliche Luftröhren einsetzte. Doch der vermeintliche Pionier in seinem Feld entpuppte sich als ausgemachter Pfuscher.

Der Fernsehsender SVT deckte Anfang dieses Jahres auf, dass zwei von drei seiner Patienten starben, die in Stockholm operiert worden waren. "Das ist das Schlimmste, das in der Geschichte des Medizinpreises passiert ist", sagte der Nobelpreisträger von 2000, Arvid Carlsson, damals.

Skandal zieht Rücktritte nach sich

Eine externe Untersuchung sollte den Fall aufklären und löste eine Reihe von Rücktritten und Kündigungen aus. Im März 2016 wurde der Schwindler gefeuert, doch schon im Februar hatte der Skandal erste Schatten auf den Nobelpreis geworfen: Der Sekretär des Nobelkomitees für Medizin, Urban Lendahl, gab seinen Rücktritt aus "Sorge um den Nobelpreis" bekannt. Kurz darauf trat auch Anders Hamsten als Vize-Kanzler des Karolinska Instituts zurück.

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Nach der Veröffentlichung des externen Berichts Anfang September drängte die Nobeljury Hamsten und Vize-Kanzlerin Harriet Wallberg zum Verlassen des Gremiums: Sie hätten nicht gehandelt, als Zweifel an Macchiarini aufgekommen seien.

Am Montag erhielt der japanische Zellbiologe Yoshinori Ohsumi den diesjährigen Nobelpreis für Medizin.

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(lk)