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Eskalation in Dresden: Ministerfrau bricht auf dem Weg durch die wütende Menge in Tränen aus

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MERKEL DRESDEN
dpa
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  • Bei der Einheitsfeier in Dresden haben mehrere hundert Demonstranten Politiker beschimpft
  • Eine Ministerfrau brach in Tränen aus, als sie durch die aufgebrachte Menge lief
  • Ein dunkelhäutiger Mann, der zum Gottesdienst wollte, wurde mit Affenlauten geschmäht

Es war kein angenehmer Empfang für die Politiker in Dresden. Die Gäste, die am Montag auf dem Weg zu den Feierlichkeiten anlässlich der Deutschen Einheit waren, sahen sich einem regelrechten Spießrutenlauf ausgesetzt.

Die Kanzlerin, Bundespräsident Joachim Gauck und andere Gäste wurden vor dem Festakt von mehreren hundert Demonstranten beschimpft und angepöbelt, darunter vor allem Anhänger des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses. Sie riefen "Volksverräter", "Haut ab" und "Merkel muss weg". Auch Trillerpfeifen ertönten.

Die Frau des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Dulig (SPD) brach in Tränen aus, als sie durch die aufgebrachte Menge ging. Ein dunkelhäutiger Mann, der zum Gottesdienst wollte, wurde mit Affenlauten und "Abschieben"-Rufen geschmäht.

Merkel ruft zu Respekt und Dialogbereitschaft auf

Nach dem Ende des Festgottesdienstes in der Dresdner Frauenkirche wurden Gauck und Angela Merkel erneut von Pegida-Demonstranten beschimpft. Mehrere hundert Menschen hatten während des rund einstündigen Gottesdienstes zum Tag der deutschen Einheit bei Regenwetter vor der Kirche ausgeharrt. Das Gelände war weiträumig abgesperrt.

Merkel rief zu gegenseitigem Respekt und Dialogbereitschaft auf. 26 Jahre nach der Wiedervereinigung sei der Tag der Einheit für die allermeisten Deutschen nach wie vor ein Tag der Freude und Dankbarkeit, sagte die CDU-Chefin am Montag vor dem zentralen Festakt in Dresden.

Es gebe aber auch neue Probleme. "Und ich persönlich wünsche mir, dass wir diese Probleme gemeinsam, in gegenseitigem Respekt, in der Akzeptanz sehr unterschiedlicher politischer Meinungen lösen und dass wir auch gute Lösungen finden."

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