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Jetzt berichten auch Spitzenpolitikerinnen von Sexismus-Vorfällen

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KATARINA BARLEY
Auch die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley erinnert sich an sexistische Äußerungen ihr gegenüber. | Sean Gallup via Getty Images
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  • Im Zuge der Sexismus-Debatte melden sich nun auch zwei Spitzenpolitikerinnen von CDU und SPD zu Wort
  • CDU-Vize Julia Klöckner und SPD-Generalsekretärin Katarina Barley berichten von sexistischen Äußerungen, die sie zu hören bekamen

In der Sexismus-Debatte melden sich nun auch Spitzenpolitikerinnen mit eigenen einschlägigen Erfahrungen zu Wort. So warf die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner dem rheinland-pfälzischen SPD-Landeschef Roger Lewentz eine sexistische Wortwahl ihr gegenüber vor.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende sagte der "Welt am Sonntag": "Wenn mich der rheinland-pfälzische SPD-Landesvorsitzende und Innenminister Lewentz als 'Shitstorm auf Pumps' bezeichnet, dann ist das Sexismus pur – so geschehen auf dem SPD-Landesparteitag 2014".

Auch die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley erinnert sich an sexistische Äußerungen ihr gegenüber: "Ein Beispiel erlebte ich in meinem ersten Job als Anwältin in einer Großkanzlei", berichtet die Juristin in der "Welt am Sonntag". "Nach einer Besprechung sagte ein Vorgesetzter quasi beiläufig: 'Wie gut, dass Sie einen Doktortitel haben – dann hält Sie wenigstens keiner der Kollegen für meine Sekretärin.‘"

Barley: Die aktuelle Diskussion könnte helfen

Sexismus äußere sich im Alltag häufig schon durch kleine Bemerkungen und Andeutungen, sagte Barley. Solche Bemerkungen seien dabei nicht immer sexuell anzüglich, ließen aber auf den zweiten Blick tief auf das jeweilige Frauenbild blicken.

Mehr zum Thema: "Fickst du die?": Wirbel um Berliner CDU-Chef wegen mutmaßlicher sexistischer Äußerung

"Damit solche Denkmuster irgendwann mal der Vergangenheit angehören, brauchen wir einen Bewusstseinswandel in der ganzen Gesellschaft", verlangte die die SPD-Generalsekretärin. Die aktuelle Diskussion um Vorfälle in der Berliner CDU könnten da etwas anstoßen, meint sie.

"Eine wirkliche Veränderung erreicht man nicht durch harte Konfrontation, sondern durch beständige und freundliche Beharrlichkeit. Dazu gehört, Sexismus offen anzusprechen und als solchen zu benennen."

Klöckner betonte zudem, dass Sexismus ein gesamtgesellschaftliches Problem sei. "Sexismus gibt es in allen Parteien und auch an anderen Arbeitsplätzen und Branchen – übrigens auch im Journalismus", erklärte sie.

Gegenüber dem Tagesspiegel hatte Klöckner zudem schon darauf hingewiesen, dass es auch Sexismus gegenüber Männern gebe und auch dies eine öffentliche Debatte brauche.

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