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Große Koalition streitet über Bundespräsidenten: "Wir brauchen keinen Einheitskandidaten"

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STEINMEIER
Große Koalition streitet über Bundespräsidenten: "Wir brauchen keinen Einheitskandidaten" | Florian Gaertner via Getty Images
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  • In der Großen Koalition ist ein Streit um die Gauck-Nachfolge entbrannt
  • Schäfer, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, ist gegen einen Einheitskandidaten
  • CSU-Mann Mayer möchte sich nicht auf Steinmeier festlegen

Kurz sah es aus, wie ein seltener Moment der Einigkeit. Die Parteichefs von CDU, CSU und SPD, Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel, hatten sich laut "Spiegel“-Informationen darauf verständigt, einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zu suchen.

Doch schon wenige Tage nach Bekanntwerden der Kooperationspläne werden diese von Politikern verschiedener Parteien torpediert.

So regt sich in der SPD-Bundestagsfraktion massiver Widerstand gegen einen gemeinsamen Bundespräsidentschaftskandidaten der Großen Koalition. Axel Schäfer, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, sagte der "Bild am Sonntag“, dass eine Einigung mit der Union "überhaupt noch nicht ausgemacht“ sei.

Schäfer: "Demokratie lebt von Auswahl"

"Wir haben keine Staatskrise und brauchen keinen Einheitskandidaten. Demokratie lebt von der Auswahl. Das sehen in der SPD sehr viele so“, sagte Schäfer. Er verwies darauf, dass die SPD in Großen Koalitionen bereits zweimal mit Gustav Heinemann und Gesine Schwan einen Gegenkandidaten zum Unionsmann aufgestellt habe.

Favorit für das Amt des Bundespräsidenten bei den Deutschen ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag von "Bild am Sonntag“ halten 39 Prozent der Befragten Steinmeier für geeignet.
Der innenpolitische Sprecher der Union im Bundestag, Stephan Mayer (CSU) meldete trotzdem Zweifel an der vorschnellen Festlegung auf die Personalie Steinmeier an.

CSU-Mann Mayer gegen öffentliche Debatte

Der Huffington Post sagte Mayer, er halte nichts davon, Personalvorschläge öffentlich zu debattieren. "Damit ist die Gefahr verbunden, Personen nachhaltig zu beschädigen", sagte der CSU-Politiker. "Ziel sollte es sein, dass sich die drei Parteivorsitzenden der CDU, der CSU und der SPD einvernehmlich auf einen gemeinsamen geeigneten Kandidaten verständigen."

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Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gilt als Kandidat für die Gauck-Nachfolge. Laut der Emnid-Umfrage kommt dieser auf 29 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf 28 Prozent.

Dahinter liegen Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) mit 26 Prozent, Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit 24 Prozent, Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) mit 20 Prozent, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) mit 18 Prozent, TV-Moderator Günther Jauch mit 13 Prozent und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit 5 Prozent. 11 Prozent der Befragten hielten keinen der Genannten für geeignet.

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