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Wieso die Krise der Deutschen Bank über Merkels Zukunft entscheiden könnte

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DEUTSCHE BANK
Wieso die Krise der Deutschen Bank über Merkels Zukunft entscheiden könnte | Kai Pfaffenbach / Reuters
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  • Presseschau: Auf der ganzen Welt wird kontrovers über staatliche Hilfen für die Deutsche Bank diskutiert
  • Auch die politische Zukunft Angela Merkels könnte an der Deutschen Bank hängen, glauben Experten

Weltweit schauen Experten besorgt auf die Deutsche Bank. Der Aktienkurs des angeschlagenen Kreditinstituts fällt von einem Rekordtief zum nächsten, Versicherungen gegen Zahlungsausfälle des Geldhauses sind so gefragt wie nie - und nun gibt es auch noch Meldungen, wonach erste Hedgefonds ihr Geld bei der größten europäischen Investmentbank abziehen.

Nicht wenige Experten glauben: Eine Pleite der Deutschen Bank könnte eine neue Bankenkrise auslösen. Die bulgarische Zeitung "Duma“ warnt gar bereits vor einer bevorstehenden "Katastrophe in Europa“.

Längst wurden Rufe nach staatlicher Hilfe laut – denn noch ist nicht sicher, ob die Bank genug Kapital aufbringen kann, um alle laufenden Rechtsstreitigkeiten beizulegen.

Berlin steht so vor einer schwierigen Entscheidung: Denn die Zukunft der Deutschen Bank hat noch eine ganz andere Dimension – die politische. Wirtschaftsjournalistin Cerstin Gammelin glaubt: "Eine Rettung der Deutschen Bank wäre das Ende von Merkels Kanzlerschaft“.

Bankenrettung würde AfD Aufwind geben

In der "Süddeutschen Zeitung“ schreibt Gammelin bezüglich möglicher Rettungspakete: "Die politischen Risiken sind deutlich größer als die Schwierigkeiten, in denen die Deutsche Bank steckt.“

Ein etwaiges Rettungspaket wäre eine Bankrotterklärung, findet die Journalistin. Es würde noch einmal Wähler in die Arme der AfD treiben – denn Merkel würde ein Versprechen brechen, an das "sich alle erinnern“.

Beim britischen "Daily Telegraph“ sieht man das entschieden anders. Erst kürzlich schrieb Kolumnist Matthey Lynn in der Zeitung: "Sollte die deutsche Regierung nicht hinter der Bank stehen, werden unausweichlich auch alle ihre Gegenparteien – andere Banken und Instituten, mit denen sie Geschäfte macht – unsicher werden, ob sie mit ihr handeln sollen.“

Daily Telegraph: "Geht die Deutsche Bank unter, reißt sie Merkel mit"

In Großbritannien ist man sich sicher: Sollte die Deutsche Bank untergehen, wird sie Merkel mit sich reißen wird – und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch den Euro.

Dennoch: Ein staatlicher Eingriff ist – nicht nur aufgrund der Dementi von Angela Merkel und Deutsche-Bank-Chef John Cryan – unwahrscheinlich. Zur Rettung eines kriselnden Instituts werden nach den neuen europäischen Regeln zuerst Eigentümer und Gläubiger und dann auch Kunden zur Kasse gebeten.

Erst im äußersten Notfall kann der Staat einspringen, um einen neuen Flächenbrand im Finanzsystem zu verhindern.

Misstrauen bleibt

Ohnehin versprüht Vorstands-Chef Cryan weiter Optimismus: In den vergangenen zwei Jahrzehnten sei die Bank nie sicherer als derzeit gewesen, betont er immer wieder. "Die Deutsche Bank hat viele Probleme, aber Liquidität ist keins“, erklärt auch Stuart Graham vom Analysehaus Autonomous Research.

Doch das Misstrauen bleibt. "Viele Investoren glauben nicht, dass der im vergangenen Jahr vorgestellte Umbauplan von Cryan genug sein wird, um die Perspektive der Bank zu verbessern“, schreibt etwa die "Financial Times“.

Mit Material der dpa.

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