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SPD-Politiker Lauer: "Sophia Thomalla hat den Rest der Welt vorgeführt"

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SPD-Politiker Lauer: "Sophia Thomalla hat den Rest der Welt vorgeführt" | dpa / twitter
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Der Shitstorm, den Sophia Thomalla nach ihrem Tweet über Flüchtlinge erntete, hätte kaum größer sein können. TV-Kollegen attackierten die Moderatorin scharf, sogar Thomallas Stamm-Sender RTL fühlte sich zu einer Distanzierung genötigt.

Die Schauspielerin hatte am Freitag getwittert: "Kleine Titten sind wie Flüchtlinge: Sie sind nun mal da, aber eigentlich will man sie nicht". Dazu postete sie ein Foto von sich, auf dem sich an die Brüste fasst.

Jetzt bekam Thomalla Unterstützung von unerwarteter Seite. SPD-Politiker Christopher Lauer schlägt sich auf die Seite der jungen Moderatorin. Er ist der Meinung: Thomalla hat mit ihrem umstrittenen Tweet den Rest der Welt vorgeführt.

Mehr zum Thema: Medienkollegen attackieren Thomalla - nur einer steht noch hinter ihr

Lauer: "Bescheuert aber legitim"

Diese hatte wenige Minuten nach dem Skandal-Beitrag erklärt, bei dem Kommentar habe es sich um ein Experiment gehandelt. Thomalla schrieb am Freitagabend: "Wir wollten sehen, wer tatsächlich allen Ernstes denkt, das DAS ERNST gemeint war... Wahnsinn."

Christopher Lauer, der mehrere Jahre im Bundesvorstand der Piratenpartei saß, ehe er diesen Monat der SPD beitrat, ist der Meinung: "So bescheuert der Tweet auf vielen Ebenen war, ich finde es legitim zu zeigen, dass sich Menschen erwartbar verhalten.“

"Einfach nur grotesk"

In mehreren Tweets kritisierte Lauer die Reaktionen, die Thomallas "Experiment“ nach sich zog. "Sophia Thomalla zu beschimpfen, weil man ihren Lebensentwurf irgendwie doof findet und sich ihr deswegen überlegen fühlt, ist auf einer Metaebene im ganzen Zusammenhang einfach nur grotesk“, schrieb Lauer.

Wenn man wirklich so "super tolerant und zivilisiert“ sei, müsse man Thomalla Hilfe anbieten, oder ihr mit klugen Worten erklären, „warum das falsch ist, was sie da macht“, führte der SPD-Politiker weiter aus. Stattdessen ließen sich die Reaktionen aber in "Ahahaha ist die doof“ und "Hail Hydra“ zusammenfassen.

Kritik an Rhetorik der Union

"Man könnte sich auch mal Thomallas Rolle in der Öffentlichkeit anschauen“, findet der ehemalige Piratenpolitiker, der für die Piraten-Fraktion seit 2009 im Berliner Abgeordnetenhaus saß. Es sei schon ein Unterschied, ob man jetzt Andi Scheuer oder Angela Merkel sei, oder eine 26-jährige Prominente.

Die CSU haue "täglich krassere Sprüche raus, seit Jahren“, kritisiert Lauer. Da halte sich die Empörung in Grenzen, "weil es mittlerweile eine so krasse Normalisierung gibt bezüglich fremdenfeindlicher Sprache“.

Lauer verweist auf eine Aussage Horst Seehofers, der im Jahre 2011 erklärt hatte, Deutschland werde sich "gegen Zuwanderung in deutsche Sozialsysteme wehren – bis zur letzten Patrone“. Auch CDU-Vize Thomas Strobl zitiert Lauer: "Der Grieche hat jetzt lang genug genervt", hatte dieser 2015 während der Griechenland-Krise gesagt.

Auch gegen CSU-Generalsekretär Scheuer teilt Lauer aus. Dieser steht seit Wochen in der Kritik, nachdem er im Regensburger Presseclub gesagt hatte, das "Schlimmste“ seien ministierende, fußballspielende Senegalesen, da man diese „nicht mehr los“ werde.

Lauer schrieb dazu: "Ich spar euch jetzt den ganzen Scheiß mit Scheuer und dem Ministranten. Wo findet bei denen die massive soziale Ächtung statt?“

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