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UN dringen auf Feuerpausen in Aleppo, USA vor Abbruch des Dialogs mit Russland

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SYRIA
UN dringen auf Feuerpausen in Aleppo, USA vor Abbruch des Dialogs mit Russland | Khalil Ashawi / Reuters
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Die Vereinten Nationen haben erneut Feuerpausen für die umkämpfte syrische Stadt Aleppo gefordert. Pro Woche sollten die Waffen mindestes 48 Stunden schweigen, damit humanitäre Hilfe in die Rebellenviertel im Osten der Stadt gebracht und Schwerverletzte evakuiert werden können, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Freitag.

In diesem Teil Aleppos seien etwa 275 000 Menschen belagert. Die Vereinten Nationen und ihre Partner seien zu Hilfslieferungen bereit, sobald die Lage diese erlaube.

Russland in der Verantwortung

Dujarric forderte zudem eine Ende von Flächenbombardements und Artilleriebeschuss. Diese zerstörten in Aleppo Stück für Stück die zivile Infrastruktur. Wasserleitungen, Krankenhäuser und Bäckereien seien schwer beschädigt.

Neben dem syrischen Regime liegt die Hauptverantwortung für die tödlichen Angriffe auf Ost-Aleppo bei Russland.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat im Gespräch mit seinem US-Kollegen John Kerry die Luftangriffe auf die syrische Stadt Aleppo verteidigt.

USA kurz davor, Dialog abzubrechen

Beide telefonierten am Freitag miteinander. Die US-Forderung nach einem Stopp der Angriffe könne nicht erfüllt werden, weil die frühere Nusra-Front in Aleppo ihrerseits keinerlei Waffenruhe achte, sagte Lawrow nach Angaben seines Ministeriums in Moskau. Die USA erfüllten nicht ihre Zusage, die gemäßigte Opposition und Terroristen zu trennen.

Kerry hatte wegen der verzweifelten Lage der Zivilbevölkerung in Aleppo mit einem Abbruch der russisch-amerikanischen Gespräche gedroht. Russland sei weiter zur Kooperation bereit, um die Situation zu entschärfen, sagte Lawrow.

Die USA wiederholten ihre Drohung am Freitag. Man sei kurz davor, den Dialog abzubrechen, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Mark Toner in Washington. "So etwas würden wir nicht sagen, wenn wir nicht bereit wären, es auch auszuführen." Noch wolle man die Tür aber nicht vollständig zuschlagen.

Doch alle Zeichen stehen auf Resignation: Kerry sagte der "New York Times" zuletzt: "Wir versuchen, mit Diplomatie voranzukommen und ich verstehe, dass das frustrierend ist. (...) Niemand ist frustrierter als wir."

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