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Sophia Thomalla wettert auf Facebook gegen Flüchtlinge - und hat eine dürftige Erklärung parat

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THOMALLA
COLOGNE, GERMANY - JUNE 25: Sophia Thomalla attends the 1st show of the television competition 'Dance Dance Dance' at Coloneum on June 25, 2016 in Cologne, Germany. In this new show twelve celebrities dance scenes from famous movies and music videos as close to the original as possible. The first episode will be aired on September 3, 2016. (Photo by Sascha Steinbach/Getty Images) | Sascha Steinbach via Getty Images
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"Geschmacklos" ist noch eine höfliche Reaktion, die auf einen Post von Moderatorin Sophia Thomalla in den sozialen Netzwerken folgte.

Darin schreibt sie: "Kleine Titten sind wie Flüchtlinge: Sie sind nun mal da, aber eigentlich will man sie nicht". Darüber ein Foto von ihr, wie sie sich an die Brüste fasst.

Den Post veröffentlichte sie sowohl auf Twitter wie auch Facebook, wo er in der ersten Stunde bereits über 400 Mal geteilt wurde und tausende Reaktionen erzeugte.

Dort rollt ein gewaltiger Shitstorm auf sie zu. Von "Du hast nicht mehr alle Latten am Zaun" bis "Rassismus ist scheiße" reichen die Kommentare.

Wenig später klärt Thomalla auf: "Ein Experiment und mal bewusst provoziert. Wir wollten sehen, wer tatsächlich allen Ernstes denkt, das DAS ERNST gemeint war... Wahnsinn."

Der "Bild" sagte sie, dass TV-Moderator Micky Beisenherz ihre Accounts für einen Tag übernommen habe: „Wir wollten mit der Aktion den Leuten einen Spiegel vorhalten. Es ist krass, wie tausende darauf reagieren, sowas liken. Das hatten wir nicht erwartet.“

Wirklich "krass", dass Tausende sowas liken, ist es aber nicht. Flüchtlingsfeindliche Posts wirken in den sozialen Netzwerken wie Brandbeschleuniger, nicht erst seit Thomallas "Experiment".

AfD, Pegida und Seiten wie PI-News erreichen damit ihre Zielgruppe. Diese Menschen sind es auch, die Thomallas Post fleißig weiter bejubeln und teilen. Da hat das TV-Sternchen einen Brand gelegt, den es so schnell nicht einfangen kann.

Ja, vielleicht hätte Thomalla dem digitalen Wutbürger gerne den Spiegel vorgehalten.

Tatsächlich aber hat sie schlicht das erreicht, was solche Post eben erreichen: Sie hat mit Nazi-Rhetorik weiter Öl ins Feuer gegossen. Darin auch noch etwas Gutes zu erkennen, es als Social-Media-Experiment zu feiern, ist an Hohn kaum zu überbieten.

Es ist wirklich das letzte, was die Flüchtlingsdebatte in Deutschland braucht.

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