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Dein Hund ist zu klug für deine dämlichen menschlichen Anweisungen

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HUND SCHLAU
Hunde sind schlauer als bisher gedacht | iStock
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Als Kind hatte ich einen Hund. Ich hatte oft das Gefühl, dass er jedes Wort verstand, das bei uns gesprochen wurde - und er merkte auch immer, wenn es um ihn ging.

Einmal haben wir sogar auf Englisch darüber gesprochen, dass wir bald losmüssen, damit er - der zu Hause bleiben sollte - sich nicht wieder vorsorglich vor die Tür legte. Es hat nicht funktioniert. Mein Hund stand sofort auf und legte sich so hin, dass wir ihn bloß nicht vergessen konnten.

Aber obwohl er wirklich clever war, gab es Dinge, die er einfach nicht mitmachen wollte. Er ließ sich zum Beispiel nie dazu herab, irgendwelche Kunststücke zu machen, nur um ein Leckerchen zu bekommen. Das höchste der Gefühle war, dass er uns sein Pfötchen gab, wenn wir das wollten. Aber dabei sah er einen so verächtlich an, dass man sich denken konnte, was er davon hielt.

Hunde sind klüger als bisher gedacht

Offenbar habe ich mir das nicht eingebildet oder interpretiert. Denn neue Studien legen nahe, dass Hunde nicht nur viel klüger sind, als wir bisher dachten - sie erkennen auch, wenn Menschen ihnen unsinnige Anweisungen erteilen und ignorieren diese.

Wissenschaftler der Yale University veröffentlichten kürzlich die Ergebnisse einer neuen Untersuchung im Journal "Developmental Science". Sie hatten Experimente mit 40 Hunden verschiedener Rassen durchgeführt und konnten anhand der Ergebnisse zeigen, dass Hunde offenbar über Anweisungen reflektieren und sich dann für die sinnvollste Methode entscheiden.

Hunde erkannten unnötige Befehle

Das Experiment war simpel aufgebaut: Ein Leckerchen wurde in einer Art Puzzle versteckt und den Hunden wurde gezeigt, wie sie es herausholen können. Im Grunde war die Aufgabe einfach, aber die Wissenschaftler bauten einen Umweg ein: Einen Hebel, den die Hunde bedienen sollten - der aber eigentlich unnötig war, um an die Belohnung heranzukommen.

Nachdem den Hunden gezeigt wurde, wie sie vorgehen sollen, verließen die Wissenschaftler den Raum. Nach mehreren Versuchen hatten die Hunde nicht nur herausgefunden, was sie tun mussten, sondern auch, was unnötig war: den Hebel zu bedienen.

"Hunde sind uns Menschen erstaunlich ähnlich, wenn es darum geht, soziale Signale zu deuten - zum Beispiel auf etwas zu deuten. Deshalb waren wir überrascht, dass die Hunde ignorierten, was die Menschen ihnen zeigten und stattdessen die Aufgabe auf ihre Art gelöst haben", sagte Angie Johnston, die an der Studie mitwirkte.

Hunde stellen sich cleverer an als kleine Kinder

Diese Ergebnisse sind besonders spannend, weil sie mit einer sehr ähnlichen Untersuchung von Kindern aus dem Jahr 2004 verglichen werden können, die ebenfalls an der Yale University durchgeführt wurde.

Die Aufgabe, die die Kinder zu bewältigen hatten, was zwar komplizierter - die Kinder stellten sich aber bei weitem nicht so clever an wie die Hunde.

Auch ihnen wurde gezeigt, wie sie das "Puzzle" lösen können. Doch anders als die Hunde entdeckten sie den einfacheren Weg meist nicht. Sie wiederholten Schritt für Schritt, was man ihnen gezeigt hatte, ohne innezuhalten und darüber nachzudenken.

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Kinder neigen zur Nachahmung

"Kinder neigen dazu, alles nachzuahmen, was man ihnen zeigt, egal, ob es sinnvoll ist, oder nicht", sagte Laurie Santos, Co-Autorin der Studie.

Dieses Verhalten der Kinder hat aber auch etwas Gutes: Kinder lernen, sich die Zähne zu putzen oder die Hände zu waschen, bevor sie verstehen können, wozu das gut ist.

Eines ist jedenfalls bewiesen: Hunde stellen durchaus in Frage, was wir ihnen beibringen - ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sie intelligenter sind, als viele Menschen sich eingestehen wollen.

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(vr)