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Wissenschaftler haben herausgefunden, wie Babys mit uns kommunizieren - es ist faszinierend

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BABY KOMMUNIKATION
Baby mit Spielzeug | iStock
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Fast alle Eltern sehnen sich den Moment herbei, in dem ihr Baby ihnen endlich sagen kann, was es möchte. Die ersten Worte lernen Kinder aber meist erst nach ihrem ersten Geburtstag und sprechen können sie erst mit etwa zwei Jahren.

Das heißt aber nicht, dass sie nicht längst verstanden haben, wie sie sich mitteilen können. Lange bevor Babys sprechen oder auch auf Dinge zeigen können, haben sie eine komplexe Form der Kommunikation entwickelt, die Wissenschaftler verblüfft. Eine neue Studie zeigt, wie schon acht Monate alte Babys uns um Hilfe bitten.

Experiment mit acht Monate alten Babys

Forscher des Max Planck Instituts für Psycholinguistik in den Niederlanden wollten herausfinden, wie Babys kommunizieren, bevor sie auf Dinge zeigen können. Dafür haben Verónica Ramenzoni und Co-Autor Ulf Liszkowski von der Universität Hamburg ein spannendes Experiment entwickelt.

Sie setzten acht Monate alte Babys in einen Hochstuhl und platzierten Spielzeuge in unterschiedlicher Reichweite zu den Kindern. Eines konnten sie leicht erreichen, eines konnten sie fast erreichen und eines konnten sie definitiv nicht erreichen. Die Wissenschaftler beobachteten die Babys dann in verschiedenen Situationen: Einmal mit einem Elternteil im selben Raum, einmal mit einer fremden Person im selben Raum und einmal alleine.

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Aus früheren Untersuchungen wussten Ramenzoni und ihr Team, dass Babys schon im Alter von sechs Monaten einschätzen können, wie weit ein Objekt von ihnen entfernt ist und ob sie es erreichen können. Sechs Monate alte Babys kümmern sich nicht um Dinge, die zu weit von ihnen entfernt sind.

Doch das hat sich im Alter von acht Monaten bereits geändert, wie die Forscher jetzt belegen konnten: In diesem Alter versuchen Babys, die Objekte trotzdem zu erreichen - wenn ein Erwachsener in der Nähe ist.

Anhand der verschiedenen Situationen, in die die Wissenschaftler die Kinder brachten, konnten sie zeigen, dass sie sich nur nach den weit entfernten Gegenständen recken, wenn ein Elternteil oder ein Fremder im Raum war. Waren die Kinder alleine, wussten sie offenbar, dass keine Chance bestand, das Gewünschte zu bekommen.

Bevor sie also körperlich so weit entwickelt sind, dass sie auf Dinge zeigen können, signalisieren Babys durch ihr Verhalten schon, was sie wollen und haben verstanden, dass andere ihnen dabei helfen können.

Babys sind sich ihres Verhaltens bewusst

Die Untersuchung zeigt, dass Babys bereits über ein enormes Verständnis von sozialer Interaktion und Kommunikation verfügen. Sie ist zudem ein Hinweis für Eltern, bereits in diesem Alter genau auf das Verhalten ihrer Kinder zu achten und Bewegungen und Gesichtsausdrücke nicht als unbewusstes oder reflexartiges Verhalten abzutun.

"Baby reagieren sensibel auf den sozialen Kontext, der sie umgibt und sie planen ihr Verhalten, indem sie diesen sozialen Kontext berücksichtigen", sagte Verónica Ramenzoni.

"Unsere Forschung zeigt, dass Babys ihre Handlungen nicht nur danach ausrichten, was sie selbst tun können, sondern auch danach, was andere für sie tun können. Ihr Verhalten ist bereits in diesem Alter kommunikativ."

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im "Journal of Psychological Science".

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(vr)