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Nach Sexismus-Vorwurf: Tauber erhält Unterstützung aus Frauen-Union

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PETER TAUBER
In der Sexismus-Debatte stellt sich die Frauen-Union hinter CDU-Generalsekretär Peter Tauber | Sean Gallup via Getty Images
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  • Die Frauen-Union stellt sich in der Sexismus-Debatte hinter CDU-Generalsekretär Peter Tauber
  • Die Aufregung um die Sexismus-Vorwürfe sei überzogen, sagte die CDU-Kreisvorsitzende der FU Katja Leikert dem "Handelsblatt"
  • Zu den paralell aufgekommenen Mobbing-Vorwürfen will sich Tauber noch am Freitag äußern

Nach den Sexismus-Vorwürfen gegen CDU-Generalsekretär Peter Tauber stellt sich die Frauen-Union (FU) nun hinter den Politiker.

"Den Sexismus-Vorwürfen begegne ich entspannt und finde die ganze Aufregung überzogen", sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Frauen-Union Main-Kinzig, Katja Leikert, dem "Handelsblatt".

Sie persönlich arbeite als FU-Kreischefin mit Tauber "gut zusammen und erfahre ehrliche Unterstützung".

Leikert reagierte damit auf Berichte, wonach Tauber im Jahr 2012 als CDU-Vorsitzender im Main-Kinzig-Kreis anzügliche Äußerungen von Parteifreunden geduldet haben soll. Diese sollen sich auch gegen Leikert gerichtet haben.

Schwere Mobbing-Vorwürfe gegen Tauber

Neben den Sexismus-Vorwürfen sieht sich Tauber aktuell auch mit schweren Mobbing-Vorwürfen konfrontiert.

Beim Parteitag seines Heimatkreisverbands Main-Kinzig wird er am Freitagabend das Wort an die Verbandsmitglieder richten, wie der CDU-Kreis der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Bekannt ist, dass in seiner Amtszeit vor einigen Jahren ein Papier mit Methoden kursierte, um die damalige CDU-Geschäftsführerin Anne Höhne-Weigl aus dem Amt zu drängen. Tauber bestreitet, es mitverfasst zu haben. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er jedoch, es sei ein Fehler gewesen, es gekannt und nichts dagegen unternommen zu haben.

Höhne-Weigl sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag), Tauber habe "das Programm in seiner Zeit als Vorsitzender selbst umgesetzt und mich gemobbt". Ein Mitarbeiter Taubers habe zudem "dienstliche und private Telefongespräche von mir mitgehört" und den Inhalt anschließend an Tauber berichtet.

Höhne-Weigl war von 1999 bis 2014 Geschäftsführerin, Tauber von 2011 bis 2014 Kreisvorsitzender. Taubers Vorgänger als Kreisvorsitzender, Tom Zeller, gestand dem Blatt zufolge seine Verantwortung für das Mobbingpapier ein, sagte aber, Tauber sei "an den Überlegungen beteiligt" gewesen.

Die Union in der Sexismus-Krise

Die Sexismus-Debatte in der Union war zunächst aufgekommen, als die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends in einem offenen Brief Sexismus-Vorwürfe gegen ihre Partei erhoben hatte.

Unter anderem habe sie ein Senator auf einem Parteitag der Berliner CDU im Frühjahr als "große süße Maus" bezeichnet, schrieb Behrends.

Dieser Senator soll einen Parteifreund zudem gefragt haben: "Fickst du die?" Behrends sagte der "Bild am Sonntag", sie habe auf ihren Bericht viele positive Reaktionen bekommen.

Tauber, dem zusätzlich eine Affäre mit Behrends nachgesagt wird, hatte die Debatte begrüßt. "Geschichten wie diese bekomme ich immer wieder geschildert. Aber ohne Nennung von Namen", sagte er.

Dann sei es schwierig, etwas dagegen zu tun. "Umso wichtiger, dass es nun diese Debatte gibt", sagte Tauber der "Bild am Sonntag". "Wir brauchen eine größere Sensibilität in allen Bereichen der Gesellschaft, denn Sexismus ist nicht nur ein Problem in der Politik."

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