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Als diese Fotos aufgenommen wurden, ahnte niemand, was sie 40 Jahre später auslösen würden

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Heute vor genau einem Jahr erfüllte sich für Amanda Scarpinati ein Kindheitstraum. Die 38-Jährige traf zum ersten Mal die Frau, die sie als Baby nach einem Unfall gepflegt hatte - die Frau, deren Bild ihr während ihrer gesamten Kindheit Trost gespendet hatte.

Damals, vor fast 40 Jahren, war Amanda schwer verletzt worden, als sie in den kochenden Dampf eines Lufterfrischers gefallen war. Das drei Monate alte Baby kam mit Verbrennungen dritten Grades im Kopfbereich ins Krankenhaus.

Eine Krankenschwester im Albany Medical Centre in New York kümmerte sich besonders rührend um das kleine Mädchen. Die Kleine war ihre erste Patientin nach der Ausbildung, die Schwester damals erst 21 Jahre alt.

Krankenhaus veröffentlicht Fotos im Jahresbericht

Fotos von Amanda und ihrer Pflegerin wurden 1977 im Jahresbericht des Krankenhauses veröffentlicht. Es sollten diese Bilder sein, die dem Mädchen jahrelang Mut spendeten.



Denn nach dem Unfall musste Amanda viele schmerzhafte Operationen über sich ergehen lassen, um Teile ihres Gesichts wiederherzustellen. Heute ist von dem Narben kaum noch etwas zu sehen, doch damals hatte das Mädchen es schwer:

"Als Kind wurde ich wegen meiner Verbrennungsnarben gemobbt", sagte Amanda dem amerikanischen Sender NBC News.

"Wenn die Kinder gemein zu mir waren, sah ich mir diese Bilder an und sprach mit ihr - obwohl ich gar nicht wusste, wer sie war. Es war tröstlich, diese Frau anzusehen, die sich so liebevoll um mich gekümmert hatte."

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Die Suche nach der Krankenschwester

Als Amanda älter wurde, begann sie, nach der Frau zu suchen - doch ohne Erfolg. Jahrzehntelang entdeckte sie keine Spur von der Krankenschwester. Vor einem Jahr beschloss sie schließlich, einen letzten Versuch zu wagen. Sie setzte auf die Kraft der sozialen Medien und veröffentlichte die Fotos und einen Aufruf auf ihrer Facebook-Seite.

Amandas Geschichte verbreitete sich schnell im Netz und schon kurze Zeit später meldete sich eine Frau. Angela Leary hatte die Krankenschwester auf dem Foto erkannt - sie hatte vor fast vierzig Jahren mit ihr zusammengearbeitet.

"Ich sagte, 'Oh mein Gott, das ist Sue Berger!'", sagte Leary dem Sender. Sie war gerne bereit, den Kontakt herzustellen.

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Treffen nach fast 40 Jahren

Kurz darauf kam es zu dem Treffen zwischen Amanda und ihrer Heldin Susan Berger. Das Wiedersehen war sehr emotional. "Ich war nicht darauf vorbereitet, was ich empfinden würde, als ich sie sah. Es war fast, als würde ich eine Mutter umarmen."

amanda scarpinati

Auch Berger war sichtlich gerührt und staunte darüber, welchen Einfluss sie auf das Leben des Mädchens gehabt hatte.

Der Nachrichtenagentur AP sagte sie: "Ich weiß nicht, wie viele Krankenschwestern das Glück haben, so etwas zu erleben - jemanden zu treffen, der sich all die Jahre an dich erinnert hat. Ich fühle mich geehrt, diejenige zu sein, die all die Krankenschwestern repräsentiert, die sich über die Jahre um sie gekümmert haben."

Amanda und Susan Berger stehen bis heute in Kontakt.

amanda scarpinati

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(lk)