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"Findet Dorie": Was kann die Nemo-Fortsetzung wirklich?

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Nemo (v.l.n.r.), Dorie und Marlin sind zurück im Kino

In ihrer Talkshow sprach sich Moderatorin Ellen DeGeneres in den letzten Jahren immer wieder für eine Fortsetzung von "Findet Nemo" aus. In dem riesigen Erfolg von 2003 hatte DeGeneres der vergesslichen Paletten-Doktorfisch-Dame Dorie ihre Stimme geliehen. Im Juni kam "Findet Dorie" dann endlich in die US-Kinos und brach bereits am ersten Wochenende einen Rekord: Es wurden sensationelle 136,2 Millionen US-Dollar eingespielt. Das ist der beste Start eines Animationsfilms in Nordamerika aller Zeiten. Doch hält das Sequel was es verspricht?

Einfach weiter schwimmen

Sie wissen gar nicht mehr, was in "Findet Nemo" passiert ist? Dann unbedingt vor dem Kinogang noch mal den Vorgänger ansehen - zum Beispiel hier

Die Handlung von "Findet Dorie" setzt ein Jahr nach "Findet Nemo" ein: Ein riesiger Schwarm Stachelrochen durchquert das Korallenriff - und auf einmal kehrt Dories Gedächtnis zurück. Denn ihr emotionales Gedächtnis ist durchaus intakt. Sie erinnert sich plötzlich an ihre Familie. Dieser Gedächtnisblitz markiert den Beginn des neuen Abenteuers. Ihr Weg führt sie an die Küste Kaliforniens und zum "Juwel der Morro Bay": ins Meeresbiologische Institut, wo Dorie ihre Familie vermutet. Das Institut ist gleichermaßen Rettungs- und Rehabilitationszentrum sowie Aquarium. Unterwegs wird Dorie allerdings von Marlin und Nemo getrennt. Jetzt muss sie sich auf ihr Gespür verlassen - und auf einen Haufen illustrer Typen, die sie um Hilfe bittet...

Viel zum Lachen und zum Nachdenken

"Findet Dorie" hat alles, was ein erfolgreicher Animationsfilm braucht: Beliebte Figuren, flotte Sprüche, neue ulkige Charaktere, eine Geschichte mit Herz und jede Menge zum Lachen. Ein Film für die ganze Familie, mit einer wichtigen Botschaft: Niemals aufgeben, immer weiter schwimmen, was Dories Lebensmotto ist. Doch auch die Tatsache, dass Familie nicht blutsverwandt sein muss und Freunde wichtige Pfeiler des Lebens sind, lässt den Film zu etwas Besonderem werden. Neben all der Leichtigkeit schwimmt aber ein trauriger Grundton mit.

Denn Dorie ist irgendwie eine tragische Figur, wie Regisseur Andrew Stanton findet. "Vergesslichkeit ist kein Spaß. Es muss frustrierend und beängstigend sein, wenn man nicht mehr weiß, was in den letzten Minuten passiert ist. Da kann Dorie noch so tapfer sein und das Beste aus ihrer Situation machen: Sie hat keine Ahnung, wer sie ist und woher sie stammt", erklärte Stanton einst in einem Interview. Die Paletten-Doktorfisch-Dame überspielt diese Schwäche mit Fröhlichkeit und unendlichem Optimismus. Die Traurigkeit, die in Teil eins ausgeblendet wird, ist im Sequel allgegenwärtig.

Seine Familie zu vergessen, das ist eine Horror-Vorstellung. Man fühlt mit Dorie mit und drückt ihr die Daumen, dass sie sowohl ihre Eltern als auch Marlin und Nemo wieder findet. Auf ihrer Suche nach ihren Liebsten, begegnet Dorie lustigen neuen Figuren. Ein Highlight ist der grummelige Oktopus namens Hank, der eigentlich eigene Interessen verfolgt, den Dorie mit ihrem Charme aber in ihren Bann zieht. Nicht zu vergessen Walhai Destiny, die etwas schlecht sieht, die faulen Seelöwen Smutje und Boje, mit speziellem Dialekt und die exzentrische Seetaucher-Dame Becky, die für etliche Lacher sorgt.

Ein Wiedersehen feiern Dorie, Marlin und Nemo zum Beispiel mit Crush und Racker - denn die coolen Schildkröten dürfen natürlich auch in der Fortsetzung nicht fehlen. Und Herr Rochen ist nach wie vor für die Ausbildung der Unterwasser-Schüler verantwortlich. Ob Dorie am Ende mit ihrer gesamten Familie zurück ans Riff schwimmt, sei hier nicht verraten. Es kommt aber auf jeden Fall zu einer wilden Verfolgungsjagd. Und da ist ein hoher Niedlichkeitsfaktor geboten...

Fazit

"Findet Dorie" mag einen Rekord nach dem anderen brechen und Rekordsummen an den Kinokassen einspielen, doch an "Findet Nemo" kommt die Fortsetzung nicht ganz ran. Was daran liegen mag, dass einem bewusst wird, wie ernst Dories Zustand eigentlich ist. Zudem fehlen neue "Slogans". "Einfach schwimmen!" und "Hey Dude!" sind ja schon vergeben. Doch keine Sorge, zum Lachen gibt es dank der lustigen neuen Figuren genug. Das Motto #DontWorryBeDorie ist heute aktueller als zuvor. Immer weitermachen, niemals aufgeben. Wer Teil eins liebt, wird auch das Sequel mögen. Denn es ist schön, alte Freunde wiederzutreffen.