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Medizinischer Notstand in Aleppo: Zwei Krankenhäuser zerstört

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ALEPPO
Syrische Regimeanhänger im neu eroberten Farafira-Viertel | GEORGES OURFALIAN via Getty Images
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  • Das syrische Regime hat offenbar zwei Krankenhäuser in Ost-Aleppo angegriffen
  • Sie mussten den Betrieb einstellen
  • Hilfsorganisationen stufen die Angriffe als Kriegsverbrechen ein

Zwei Krankenhäuser im Rebellengebiet der heftig umkämpften Stadt Aleppo mussten einer medizinischen Stiftung zufolge nach Angriffen ihren Betrieb einstellen. Mindestens eine der Kliniken sei von einem Luftangriff getroffen worden, sagte Adham Sahlul, Sprecher der Syrisch-Amerikanischen Medizinischen Gesellschaft (Sams).

Sams unterstützt die beiden Krankenhäuser, die beschädigt worden seien. Angaben zu Toten oder Verletzten gab es zunächst nicht. Dem Sprecher zufolge handelt es sich um zwei von fünf Notfallkliniken, die im belagerten Osten Aleppos noch geöffnet sind.

Nach den heftigsten Luftangriffen im gesamten syrischen Bürgerkrieg in den vergangenen Tagen sind die Krankenhäuser Aleppos mit Verwundeten überfüllt. In den vergangen Monaten wurden mehrere Kliniken in Syrien durch Angriffe beschädigt oder zerstört.

Hilfsorganisationen beklagen Kriegsverbrechen - auch von Russland

Nach Angaben von Hilfsorganisationen haben sich die Attacken der syrischen Regierung zu einer Kriegstaktik entwickelt. Das humanitäre Völkerrecht verbietet derartige Taten, die als Kriegsverbrechen eingestuft werden. Auch Russland ist immer wieder an diesen Angriffen auf die Zivilbevölkerung beteiligt.

Syrische Regimeanhänger haben gestern mit einer Bodenoffensive auf die Rebellengebiete der Großstadt Aleppo begonnen. Armee und Verbündete griffen aus vier Richtungen an, hieß es am Dienstag aus syrischen Militärkreisen. Das vormals von Rebellen gehaltene Viertel Farafira wurde so eingenommen.

Die Offensive sei nach mehreren Tagen heftiger syrischer und russischer Luftangriffe auf die Opposition gestartet worden.

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Wie die regierungsnahe Online-Nachrichtenseite "Al Masdar News" berichtet, sollen an der Offensive auch Kräfte der libanesisch-schiitischen Miliz Hisbollah beteiligt sein.

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(lk)