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Sexismus, Mobbing, Affäre: So reagiert Tauber auf die Vorwürfe

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PETER TAUBER
Der CDU-Generalsekretär Peter Tauber gerät unter Druck | GREGOR FISCHER via Getty Images
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  • CDU-Generalsekretär Peter Tauber sieht sich Angriffen aus der eigenen Partei ausgesetzt
  • Ihm werden Sexismus, Mobbing und eine Affäre mit einer Jungpolitikerin unterstellt
  • Jetzt wehrt er sich gegen die Vorwürfe

CDU-Generalsekretär Peter Tauber gerät mehr und mehr unter Druck. Aus der eigenen Partei kommen immer neue Vorwürfe gegen ihn auf - er verteidigt sich dagegen, so gut er kann.

Zuerst veröffentlichte die "Süddeutsche Zeitung" einen E-Mail-Wechsel, in dem sich Tauber und andere Parteikollegen herablassend über Frauen in ihrem Kreisverband äußerten.

Darin hatten sich die Männer im Jahr 2012 darüber ausgetauscht, wer eine gute Chefin für die Frauen Union (FU) sein könnte. Dabei beschrieben sie die Kandidatinnen unter anderem als "pseudoengagiert", sinnierten, "rein optisch wäre sie ein Gewinn". Außerdem bezeichneten sie die Frauen Union als "Schlangengrube" und warfen die Frage auf, ob sie verzichtbar sei.

Tauber bestätige Echtheit der Skandal-E-Mails

Tauber bestritt nicht die Echtheit eines von der "Süddeutschen Zeitung" veröffentlichten Mailwechsels mit männlichen Parteifreunden über mögliche neue FU-Vorsitzende.

Mehr zum Thema: Angriffe auf CDU-Generalsekretär Tauber: "Sie wollen ihn vernichten"

Tauber sagte der Zeitung jedoch, "die Situation in der Frauen Union war damals verfahren". Er sei "von Mitgliedern gebeten worden, jemanden für den Vorsitz vorzuschlagen".

Dabei sei man dann "gemeinsam" und "zu Recht" der Meinung gewesen, dass Katja Leikert "ein starker und überzeugender Vorschlag" sei. Leikert, die dann tatsächlich FU-Kreisvorsitzende wurde und inzwischen im Bundestag sitzt, habe "die Frauen Union wieder geeint" und gebe "wichtige inhaltliche Impulse".

Leikert war die Kandidatin, die in dem Mailwechsel als "optischer Gewinn" bezeichnet worden war.

Gerüchte über Verhältnis Taubers zu Behrends

Auch in der Sexismus-Debatte der Berliner CDU fällt Taubers Name. Zwei Parteimitglieder unterstellen ihm, eine Affäre mit der Jung-Politikerin Jenna Behrends gehabt zu haben.

Behrends, Jahrgang 1990, hatte zuvor in einem offenen Brief Sexismus-Vorwürfe gegen ihre Partei erhoben. Behrends beschuldigte die Berliner CDU, man habe dort immer über mögliche Affären der Jungpolitikerin getuschelt. Als sie bei der Frauenunion Unterstützung gesucht habe, sei sie abgewiesen worden.

Mehr zum Thema: Sexismus in der CDU: Chat-Verlauf bringt Behrends in Erklärungsnot

Sandra Cegla, die Kreisvorsitzende der Frauen Union CDU Berlin Mitte, und die CDU-Frauenrechtlerin Zana Ramadan werfen der 26-Jährigen jetzt vor, sie habe diese Gerüchte selbst gestreut und wiederholt behauptet, sie habe eine Affäre mit Tauber. In einer gemeinsamen Pressemitteilung betonen die Parteikolleginnen nun sogar, sie könnten die Vorwürfe zum Teil beweisen.

Tauber sagte, das Verhältnis zu Behrends sei "rein freundschaftlich"

Cegla behauptet, Behrends habe zu ihr gesagt: "Mit dem Peter Tauber, das muss jetzt unter uns bleiben, die Gerüchte stimmen. Ich hatte ein Verhältnis mit ihm." Sie ist sogar bereit, eine eidesstattliche Versicherung abzugeben.

Das Verhältnis zu Behrends beschrieb Tauber dagegen der "Bild"-Zeitung so: "Jenna Behrends und ich haben uns kennengelernt und auch geflirtet. Aber es war für mich recht schnell klar, dass es rein freundschaftlich bleibt."

Am härtesten trifft Tauber aber der Vorwurf, er habe zusammen mit Parteifreunden im Jahr 2006 versucht, die Kreisgeschäftsführerin in seinem hessischen Heimat-Landkreis Main-Kinzig mit widerrechtlichen Mitteln loszuwerden. Laut Informationen der "Frankfurter Rundschau" kommen die Anschuldigungen gegen Tauber aus dessen eigener Partei.

"Operation Kaninchenjagd"

Er soll 2006 ein Papier mit dem Titel "Operation Kaninchenjagd" verfasst haben, das einen detaillierten Mobbing-Plan enthalte. Ziel sei es gewesen, die unerwünschte Mitarbeiterin durch Mobbing zur Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags zu drängen.

Tauber hatte der "Frankfurter Rundschau" gesagt: "Ich bin nicht Verfasser des Papiers." Er kannte das Papier aber. Die Kreisgeschäftsführerin, die dort auch Vorsitzende der Frauen Union war, blieb bis zum vorzeitigen Renteneintritt im Amt.

Immerhin hat Unionsfraktionschef Volker Kauder Tauber im Zusammenhang mit Mobbingvorwürfen aus der eigenen Partei volles Vertrauen ausgesprochen.

Kauder sagte am Dienstag in Berlin zum Papier "Operation Kaninchenjagd": "Herr Tauber hat gesagt, dass er es nicht geschrieben hat. Damit ist der Fall für mich erledigt."

Mit Material der dpa

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(sk)