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NDR-Journalistin bekam als Dschihadisten-Geisel ein Kind – jetzt sind beide frei

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Die freie Reporterin wurde aus der Geiselhaft entlassen | ARD Mediathek
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Eine in Syrien entführte Deutsche und ihr in Gefangenschaft geborenes Kind sind frei. Die beiden seien in die Türkei gebracht worden, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mit. Die Organisation Reporter ohne Grenzen äußerte sich erleichtert.

"Wir freuen uns mit den Angehörigen und Kollegen der Entführten, dass diese tragische Entführung zu Ende ist", sagte Geschäftsführer Christian Mihr am Mittwochabend.

"Unkalkulierbare Gefahren für Journalisten"

Der Fall mache erneut bewusst, "welchen unkalkulierbaren Gefahren Journalisten im syrischen Bürgerkrieg ständig ausgesetzt sind".

Die schwangere Frau war im Oktober 2015 in Syrien verschwunden.

"Die Deutsche und ihr in der Geiselhaft zur Welt gekommenes Kind sind den Umständen entsprechend wohlauf und befinden sich in der Obhut deutscher Konsularbeamter und Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes", erklärte die Sprecherin.

Die deutsche Botschaft in Ankara werde nun die Rückkehr nach Deutschland vorbereiten.

Mihr dankte den deutschen Behörden, denen es gelungen sei, zu verhindern, "dass diese Entführung mit einer Hinrichtung endet wie für James Foley und andere Journalisten".

Schwangere Journalistin wurde in eine Falle gelockt

Der Amerikaner Foley war 2014 nach zweijähriger Geiselhaft von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) enthauptet worden.

Die Frau soll in eine Falle gelaufen sein. Die für den NDR und die "Zeit" tätige Journalistin soll von einer Frau aus Deutschland mit dem Versprechen von Exklusiv-Informationen nach Syrien gelockt worden sein.

Seit Oktober 2015 wurde sie vermisst.
Im Dezember 2015 hat sie in der Geiselhaft einen Sohn zur Welt gebracht, hieß es im Auswärtigen Amt. Die Reporterin und ihr Baby wurden angeblich von einer kriminellen Gruppierung innerhalb der Al-Nusra-Front festgehalten.

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(sk)