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Jetzt spricht der Bruder von Piraten-Politiker Claus-Brunner: "Er hätte gestoppt werden können"

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CLAUSBRUNNER
"Er hätte gestoppt werden können": Jetzt spricht der Bruder von Claus-Brunner | Andreas Rentz via Getty Images
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  • Zwei Wochen nach dem Selbstmord von Piratenpolitiker Claus-Brunner hat sich erstmals sein Bruder an die Öffentlichkeit gewandt
  • Er sprach über die traumatische Kindheit, die sie beide erlebten

Der Fall sorgte deutschlandweit für Aufsehen: Vor zwei Wochen tötete der Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner einen Mann, transportierte seine Leiche in einer Sackkarre durch Berlin und nahm sich anschließend selbst das Leben.

Jetzt hat sich der Bruder des Politikers, Dietwald Claus, erstmals zu Wort gemeldet. Gegenüber dem "stern" sprach er über die Kindheit der beiden und die traumatischen Erlebnisse, die damit verbunden waren.

"Gewalt zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Gerwald", sagte er dem Magazin. "Er hätte gestoppt werden können. Und müssen."

Die beiden Brüder hätten unter der rechtsradikalen Erziehung ihrer Eltern gelitten. Die Eltern seien Anhänger der völkischen und rechtsextremen "Ludendorffer"-Gemeinschaft.

"Gerwald verlor schnell die Kontrolle"

Sein älterer Bruder sei früh durch Gewalt aufgefallen. "Gerwald wurde jähzornig, impulsiv, er verlor einfach die Kontrolle", sagte Claus dem "stern".

In der Schule habe er Türen eingetreten, auf dem Hof der Eltern Tiere gequält. Es sei auch nicht das erste Mal gewesen, "dass Gerwald aus unerwiderter Liebe komplett durchdreht", sagte Dietwald Claus.

Als Gerwald im Teenager-Alter von einem Mädchen abgewiesen wurde, habe er Steine an deren Hauswand geworfen. Bei der Bundeswehr habe sich sein Bruder in einen Vorgesetzten verliebt, dieser habe ihn aber zurückgewiesen und als "Schwuchtel" verhöhnt, woraufhin Claus-Brunner ihn geschlagen habe. Er sei deswegen unehrenhaft aus der Armee entlassen worden.

Die Entscheidung, im "stern" öffentlich über seinen Bruder zu sprechen, habe er aus tiefer Überzeugung getroffen. "Ich will, dass diese Geschichte dazu beiträgt, dass Stalking-Opfer in Deutschland besser geschützt werden."

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(vr)