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Gefahr für Passagierflugzeug? Island und Russland streiten über Vorfall

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Island und Russland streiten über einen Vorfall zwischen einem isländischen Passagierflugzeug und drei russischen Überschallbombern: Islands Außenministerium kritisiert, die russischen Maschinen hätten das isländische gefährdet. Russland weist das als politisch motivierte Fantasie zurück.

Der eigentlich kleine Vorfall hat eine größere, gefährliche Dimension.

Was war passiert?

Wie verschiedene isländische Medien unter Berufung auf die Regierung und die Nato berichten, sollen zwei Überschallbomber vom Typ Tupolew TU-160 bereits am Donnerstag über dem Meer nördlich von Norwegen in die Nähe einer Passagiermaschine auf dem Weg von Kevlafik nach Stockholm geraten sein.

Allen Beteiligten nach befanden sich die Flugzeuge ganz legal in internationalem Luftraum, im Bereich der isländischen Luftfahrtkontrolle.

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Einer der Piloten der Passagiermaschine schätzte, dass die Russen 1,8 bis 2,4 Kilometer unter ihnen flogen. Legt man die Vorschriften der Deutschen Flugsicherung zugrunde, die in der Regel 300 Meter Höhenabstand vorsehen, ist das nicht kritisch.

Doch nach isländischen Angaben haben die russischen Flieger ihren Radar abgeschaltet, sodass die üblichen Warnsysteme nicht mehr greifen, die zivile Flugzeuge vor Zusammenstößen warnen. Auch sollen sie ihre Flugroute nicht angekündigt haben.

Ein Sprecher des russischen Verteidigungsminsteriums dementierte. Die Maschinen hätten ihre Transponder angeschaltet gehabt. Die von Islands Außenministerium und den Piloten beschriebene Gefahr sei pure Fantasie.

Wird der Vorfall politisch hochgespielt?

Nach örtlichen Medienberichten beschuldigte die russische Botschaft im Reikjkavik die Isländer, den Vorfall hochzuspielen, um ein Argument zu haben, die US-Militärbasis in Keflavik wieder zu eröffnen. Anfang des Jahres hatte es entsprechende Gespräche gegeben.

Russland kritisiert seit vielen Monaten Aktivitäten der Nato zur Aufstockung ihrer Kräfte an der Grenze zu Russland. Der Inselstaat Island gilt als strategisch wichtig.

Immer wieder hatte es Streit um Flugbewegungen und angeblich abgeschaltete Transponder über Nord- und Ostsee gegeben.

Experten sprechen von einem "hohen Risiko".

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(lp)