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Eine Armee aus Kriegsveteranen bekämpft den IS - ohne Waffen

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VETERAN SOLDIERS
Prince George’s County, Md. police officer leave the church after funeral services for Police Officer First Class Jacai Colson at First Baptist Church of Glenarden, Friday, March 25, 2016, in Upper Marlboro, Md. Jacai Colson, a four-year veteran of the force and a undercover narcotics officer was mortally wounded by his own colleagues as he responded to an attack on his police station by a gunman with a death wish. ( AP Photo/Jose Luis Magana) | ASSOCIATED PRESS
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  • Die nichtstaatliche Organisation "Heraion Foundation" versucht, den IS mit einem friedlichen Ansatz zu besiegen
  • Nach eigenen Angaben konnten sie bisher 103 Menschen aus der Gefangenschaft der Terrormiliz befreien
  • Zudem unterhält die Organisation eine Schule sowie eine Textilfabrik

Früher half Davey Gibian dem US-Militär, gegen die Terrormilizen im Nahen und Mittleren Osten mit Waffengewalt vorzugehen. Jetzt setzt er auf friedliche Mittel.

Dazu hat Gibian 2015 mit Veteranen der US-amerikanischen und der britischen Armee die nichtstaatliche Organisation "Heraion Foundation" (HERA) gegründet. Gemeinsam wollen sie ihr Wissen nutzen, um Menschen in Krisengebieten zu helfen.

Vor der nächsten Generation von Extremisten schützen

"Es reicht nicht, die Menschen an der Front zu retten. Wenn man sich gegen die nächste Generation von Extremisten schützen will, braucht man Bildung. Und Bildung alleine reicht auch nicht. Wir brauchen wirtschaftliche Unterstützung und Arbeitsstellen...".

Mit diesen Worten erklärt Gibian die Ziele seiner Organisation gegenüber dem Online-Magazin "good.is".

Seine dringlichste Aufgabe sei es, Frauen und Kinder zu retten, die von der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) gefangen gehalten werden.

Eine Familie aus Raqqa befreit

In einer Pressemitteilung schildert die Organisation beispielsweise, wie sie am 19. Mai diesen Jahres eine kurdische Mutter und ihre beiden Söhne aus der IS-Hauptstadt Raqqa in Syrien befreiten. Die Frau war an einen IS-Kämpfer verkauft und über ein Jahr in Gefangenschaft gehalten worden.

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HERA arbeitete mit einem Netzwerk aus Schmugglern zusammen, um die Frau zu befreien. "Wir wussten von Anfang an, dass es eine Herausforderung werden würde", schreibt Gibian in der Mitteilung. "Aber die Familie hätte auch ohne unsere Hilfe versucht zu fliehen. Als humanitäre Helfer war es unsere Pflicht, sie auf jedem möglichen Weg zu unterstützen."

Die Familie sei in ein von Kurden kontrolliertes Gebiet gebracht worden, heißt es in der Pressemitteilung.

Eine Schule und eine Textilfabrik

Gibian sagte gegenüber der Website "good.is", dass HERA mittlerweile 103 Menschen aus der Gefangenschaft des IS befreit hätte. Um den Menschen aber dauerhaft zu helfen, unterhält die Organisation unter anderem auch eine Schule, in der bald 59 Kinder unterrichtet werden sollen.

Für Erwachsene betreibt HERA zudem eine Textilfabrik. Derzeit seien dort 41 Frauen beschäftigt.

Ein ganzheitlicher und nachhaltiger Ansatz

Es geht der NGO rund um Davey Gibian also um einen ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz, um Extremismus zu besiegen. Den westlichen Regierungen und ihren Armeen gehe es nicht darum, Gemeinschaften wieder aufzubauen. "Wir sind als humanitäre Helfer da, um diese Lücke zu füllen", sagt Gibian im Interview mit "good.is".

Eine Zusammenarbeit mit dem US-Militär habe Gibian bisher ausgeschlagen. Nur als unabhängige Organisation könnte HERA im Krisengebiet mit den verschiedenen Akteuren zusammenarbeiten, sagt er als Begründung hierfür.

Auf ihrer Website informiert die "Heraion Foundation" über ihre Projekte und sammelt Spenden.

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jz