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Diese Studentin hat möglicherweise eines unserer größten medizinischen Probleme gelöst

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SHU LAM
Die Doktorantin Shu Lam entwickelte eine Methode, mit der antibiotikaresistente Bakterien bekämpft werden können. | Twitter/Shu Lam
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Multiresistente Bakterienstämme, also Bakterien, die nicht mit Antibiotika bekämpft werden können, stellen eine große Gefahr für die Menschheit dar. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, bezeichnete sie jüngst als "fundamentale Bedrohung“.

Ob in der Massentierhaltung oder im Gesundheitswesen, immer mehr Bakterien entwickeln eine Immunität gegen Antibiotika und werden zu gefährlichen Krankheitserregern. In der Folge brechen vermehrt Krankheiten aus und breiten sich binnen kurzer Zeit aus.

Shu Lam, Dissertantin an der Universität Melbourne, hat nun eine Methode erfunden, mit der multiresistente Bakterienstämme zerstört werden könnten – und zwar ohne Antibiotika.

(Text geht unter dem Video weiter)

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Antibiotikaresistente Bakterien können Schäden an ihrer Zellwand reparieren

Die 25-Jährige entwickelte ein sternförmiges Polymer (ein Stoff aus Makromolekülen), das in der Lage ist, antibiotikaresistente Bakterien zu zerstören.

Dabei handelt es sich um sogenannte Peptid-Polymere oder antimikrobielle Peptide, die eine lange Reihe bilden und die betroffenen Zellwände angreifen.

Sobald eine Zellwand einmal ganz zerstört ist, kann sich die Bakterienzelle nicht mehr reparieren und stirbt ab, erklärt Kai Papenfort, Universitätsprofessor an der LMU im Bereich Mikrobiologie.

Das Problem bisher: Antibiotikaresistente Zellen können Zellwandverletzungen jedoch reparieren. Kommt es zu einer Beschädigung der Zellwand oder der Polysaccharide, welche die Zelle umgeben und schützen, bemerkt eine resistente Zelle das. In der Folge produziert sie neue Proteine, um mit ihnen das Loch in der Zellwand zu schließen und verhindert damit ihr Absterben.

Die Peptide greifen die Zellwand jedoch so effektiv an, dass sie nicht mehr repariert werden kann

Da die von Lam entwickelten Peptide mithilfe von Nano-Technik entstanden sind, können sie die Zellwände deutlich effektiver angreifen. Der Schaden an der Bakterien-Zellwand ist nach einem Angriff dann schon so groß, dass sich die resistente Zelle nicht mehr selbst reparieren kann und abstirbt.

Bisher testete die 25-Jährige die Peptide an sechs verschiedenen antibiotikaresistenten Bakterien-Stämmen sowie an Mäusen, die mit einem Bakterienstamm infiziert waren. In allen Fällen konnten die Peptid-Reihen die Bakterien zerstören.

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Papenfort beschreibt Lams Ansatz als vielversprechend. Jedoch ist er gleichzeitig der Meinung, dass schlussendlich nicht eine einzelne Methode zum Erfolg führen wird, sondern ein Zusammenschluss von mehreren Forschungsergebnissen.

"Alle Ansätze, die momentan vielversprechend sind, was die Bekämpfung von multiresistenten Stämmen betrifft, sind wichtig. Denn multiresistente Stämme sind für viele Aspekte des Lebens gefährlich. Letztendlich wird wahrscheinlich eine Kombination aus verschiedenen Ansätzen zum Erfolg führen."

Lam beeindruckte mit ihrer Forschung viele Wissenschaftler. Sie veröffentlichte die Ergebnisse ihrer Forschung im Fachjournal "Nature Microbiology".

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(lp)