Huffpost Germany

"Frauen verzichtbar"? E-Mails bringen CDU-Generalsekretär Tauber in Bedrängnis

Veröffentlicht: Aktualisiert:
PETER TAUBER
"Frauen verzichtbar"? E-Mails bringen CDU-Generalsekretär Tauber in Bedrängnis | Kai Pfaffenbach / Reuters
Drucken
  • E-Mails aus dem Jahre 2012 belasten CDU-Generalsekretär Peter Tauber
  • Dieser soll darin sexistische Positionen eingenommen haben
  • Tauber und Parteikollegen nannten weibliche Politiker "pseudoengagiert", "verzichtbar" und "optisch einen Gewinn"

Die CDU kommt nicht zur Ruhe: Nachdem die Kommunalpolitikerin Jenna Behrends Ende vergangener Woche in einem offenen Brief Sexismus in ihrer Partei anprangerte, gerät auch Generalsekretär Peter Tauber in die Kritik.

Tauber hatte noch in der „Bild am Sonntag“ erklärt, es müsse offen und mit "großer Sensibilität“ über das Thema gesprochen werden. Mails, die nun bekannt wurden, stellen Taubers gute Absichten jedoch in Frage.

Der "Süddeutschen Zeitung" liegt ein Mailverkehr Taubers vor, der das Bild des Kämpfers für Frauenrechte klar konterkariert. Die Mails stammen aus dem Jahre 2012.

"Rein optisch ein Gewinn"

Darin schreibt Tauber an fünf männliche CDU-Kollegen: "Hallo Jungs, wir haben ein neues Problem: die Frauen Union. Es gibt derzeit niemanden, der den Vorsitz übernehmen will. Die Frage ist: ist das verzichtbar? Auf jeden Fall sollten wir das nicht an die große Glocke hängen. Sollten wir neben den offenen Kandidatenfragen mal darüber reden. Es grüßt, Peter.“

Die Antworten seiner Parteifreunde machen es noch schlimmer: Einer ist der Meinung, die Frauen seien "allemal verzichtbar“. Er schlägt Srita Heide für das Amt Wort. Diese sei "doch so pseudoengagiert“.

Taubers damaliger Bundestagsbüro-Mitarbeiter Katja Leikert. Diese sei "rein optisch ein Gewinn“. Was auch Tauber scheinbar fand, der Wortwahl seines Kollegen zumindest nicht widersprach. Der heutige Generalsekretär antwortete laut "SZ“: "Super! Kläre das mit Katja (Leikert)". Sie sei "eine junge Frau, die super passen würde“.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Katja Leikert war zum Zeitpunkt des Schriftverkehrs ein unbeschriebenes Blatt. Erst 2012 trat sie überhaupt in die CDU ein. Bereits 2013 zog sie in den Bundestag ein.

Tauber äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

Auch auf HuffPost:

Besitzt ihr noch alte D-Mark? Dann könntet ihr bald Hunderte Euro reicher sein

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(bp)