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Extreme Sex-Fantasien? Neue Details über Pirat Claus-Brunner veröffentlicht

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CLAUSBRUNNER
Pirat Claus-Brunner suchte offenbar nach einem bestimmten Männertyp im Netz | ullstein bild via Getty Images
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  • Piratenpolitiker Claus-Brunner soll im Internet nach Sexpartnern gesucht haben
  • Offenbar loggte er sich noch nach der Tötung seines Bekannten auf einem Dating-Portal ein

Im Fall des Piratenpolitikers Gerwald Claus-Brunner gibt es neue Details. Wie die "Bild“-Zeitung berichtet, soll sich Claus-Brunner auf einem Dating-Portal mit anderen Nutzern extreme Sexfantasien ausgetauscht haben.

Der 44-jährige Brunner hatte seinen ehemaligen Mitarbeiter, den 29-jährigen Jan Mirko L. am 15. September in dessen Berliner Wohnung getötet und später selbst umgebracht.

Claus-Brunner suchte Partner für "Sex-Dates"

Laut "Bild“-Zeitung suchte Claus-Brunner im Internet nach 26 bis 46 Jahre alten Männern mit "blauen Augen, langen braunen/schwarzen Haaren“ für "Sex-Dates“. Er soll sich zuletzt am Tag nach dem Tod Jan Mirkos auf der Dating-Seite eingeloggt haben.

Demnach beschrieb er sich selbst als "häuslich“, "schüchtern“ und "bedächtig“.

Tatsächlich hat Claus-Brunner der Boulevardzeitung nach aber extreme Fantasien gehabt. Laut dem Freund einer Internetbekanntschaft soll er diese Nachrichten verschlüsselt übermittelt haben.

Jan Mirko L. hatte Brunner Ende Juni noch wagen Stalkings angezeigt. Einen drei Wochen später zugeschickten Anhörungsbogen der Justiz soll er Medienberichten nach nicht beantwortet haben.

Claus-Brunner stellte auch anderem Mann nach

Nach Recherchen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ ("FAS“) hatte Claus-Brunner schon vor Jahren einem weiteren Mann nachgestellt, der dem Opfer sehr ähnlich sehen soll. Obwohl dieser Mann eine Freundin hatte, verbreitete Claus-Brunner, der Mann sei schwul, machte ihm Geschenke, zeigte sich eifersüchtig.

Der Zeitung nach soll ein Pseudonym Claus-Brunners "seelenloser Stahlbolzen“ gewesen sein. Einen solchen 50 Zentimeter langen Stahlbolzen habe er tatsächlich oft bei sich gehabt, habe sogar bei einer Rede damit herumgefuchtelt. Ob er jenen Stahlbolzen benutzt hat, um Jan Mirko L. zu töten, ist unklar. Belege für sexuellen Missbrauch soll es nicht geben – ausdrücklich ausgeschlossen sind sie wohl aber nicht.

"Seelenloser Stahlbolzen"

Als sicher gilt, dass Claus-Brunner den nackten Toten in einer schwarzen Transportbox auf seiner Sackkarre elf Kilometer von dessen zu seiner Wohnung gefahren hat. Die Box soll er oft mit sich herumgefahren haben, zum Transport von Wahlkampfutensilien.

Gegenüber diversen Medien beschreiben Parteikollegen Claus-Brunner als Menschen, der sich selbst zum Außenseiter machte, der die Parteiarbeit ausbremste. Einige wollten ihn deshalb ausschließen, doch die nötige Mehrheit dafür kam nicht zustande.

Claus-Brunner soll als Kind zu Hause geschlagen und in der Schule gehänselt worden sein – seine Homosexualität sollen die Eltern nicht akzeptiert haben.

Weil Claus-Brunner tot ist, hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt.

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