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Vor 68 Jahren wurde eine Leiche am Strand von Australien entdeckt – ein kleines Stück Papier könnte jetzt das Rätsel lösen

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SOMERTON MANN RTSEL
1948 wurde an einem australischen Strand ein toter Mann entdeckt - ein DNA-Test könnte seine Identität jetzt klären | Derek Abbott
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  • 1948 wurde an einem australischen Strand ein toter Mann entdeckt - seine Identität konnte nie geklärt werden
  • Mit einer aberwitzigen Schnitzeljagd und einem DNA-Test hofft Professor Derek Abbott nun, das Rätsel aufzulösen

Am 1. Dezember 1948 wurde am Strand von Somerton in Australien ein toter Mann entdeckt. Er saß an eine Mauer angelehnt in der Sonne. Eine Zigarette steckte in seinem Kragen.

Seine Identität und die Umstände seines Todes konnten nie geklärt werden. In dem kleinen Ort an der Küste Australiens kannte niemand den Mann.

Ein DNA-Test bringt jetzt aber eine überraschende Wendung, wie das Nachrichtenportal "Buzzfeeed" berichtet.

Verbindung zu einem US-Präsidenten?

Bisher konnte die DNA des mysteriösen Mannes nicht untersucht werden. Professor Derek Abbott von der britischen Universität Adelaide hat jedoch mit einer nachvollziehbaren Beweiskette eine mögliche Verwandte des rätselhaften Toten gefunden – und deren DNA bringt den Mann von Somerton mit einem US-Präsidenten in Verbindung.

Aber von Anfang an.

Ein persischer Gedichtband spielt eine entscheidende Rolle

Bei dem Mann wurde ein kleines Stück Papier entdeckt. Darauf standen die Worte "Tamán Shud“, persisch für "beendet“. Der Schnipsel stammt von der letzten Seite des persischen Gedichtbands "Die Rubaiyats von Omar Khayyām“.

Eine Ausgabe dieses Buchs entdeckte zur gleichen Zeit ein Bewohner Somertons in seinem Auto. Er gab es bei der örtlichen Polizeistation ab. Auf der letzten Seite fehlte ein Stück - also musste es die Ausgabe des Somerton-Mannes sein.

Abbott beschäftigt sich schon sieben Jahre lang mit dem mysteriösen Fall. Eine DNA-Analyse des Toten zu machen, wurde ihm von den Behörden untersagt. Daher wandte er sich dem Exemplar der "Rubaiyats“ zu.

Auf der Rückseite des Einbands fand er eine Telefonnummer, die zur Zeit der Entdeckung des Somerton-Mannes einer damals 27-jährigen Frau namens Jo Thomson gehörte.

Als die Polizei sie damals befragte, leugnete sie, den toten Mann am Strand zu kennen. 2007 starb Thomson.

Hatte der Somerton-Mann eine Affäre mit einer Australierin?

Abbott befragte ihre Familie über den Fall. Er erfuhr, dass Jo Thomson 1946 – also zwei Jahre vor der Entdeckung des toten Mannes – einen Sohn, Robin, zur Welt brachte. Auf Bildern entdeckte Abbott eine starke äußerliche Ähnlichkeit des Sohnes mit dem Mann von Somerton. Beide hatten ein seltsam geformtes Ohr und zwei fehlende Schneidezähne.

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Ein starkes Indiz dafür, dass der mysteriöse Mann und Jo Thomson eine Affäre hatten.

Robin Thomson starb 2009, doch Abbott konnte seine Ehefrau und seine Tochter ausfindig machen. Er gewann beide für eine DNA-Analyse.

Abott verglich die DNA von Rachel Egan, der Tochter von Robin Thomson, und damit der mutmaßlichen Enkelin des Somerton-Mannes, mit einer Datenbank zur Ahnenforschung.

Das Ergebnis: Rachel Egans Vorfahren stammen von der Atlantikküste der Vereinigten Staaten. Dabei fanden sich Spuren von Indianern. Aber auch von Verwandten des dritten amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson.

Bald soll die Identität des Mannes endgültig geklärt sein

Sollte Rachel Egan wirklich die Enkelin des mysteriösen Mannes von Somerton sein, müsste ihre DNA zu 25 Prozent übereinstimmen. Dazu müsste der Körper des Mannes exhumiert werden.

Bisher wurde Abbotts Anfrage dazu zweimal von australischen Behörden verweigert. Mit seinen neuen Erkenntnissen und einer Petition hofft er, nun die Identität des Mannes von Somerton endlich zweifelsfrei klären zu können.

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(vr)