Huffpost Germany

"Kriegsverbrechen": So grausam sind die Luftangriffe auf Aleppo

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ALEPPO
Zerstörte Gebäude nach einem Luftschlag in Aleppo am Samstag | Getty
Drucken
  • UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat Bombardements gegen Aleppo als Kriegsverbrechen bezeichnet
  • Ein Bericht enthüllt: Für die wohl schwersten Angriffe ist Russland verantwortlich
  • Putins Truppen setzen Raketenwerfer mit Feuergeschossen ein

Was derzeit in der belagerten syrischen Stadt Aleppo geschieht, ist für UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon nichts anderes als "Barbarei". Dort kommen nicht nur bunkerbrechende Bomben im Kampf gegen die Rebellen im Osten der Stadt zum Einsatz, sondern einem Bericht zufolge auch extrem zerstörerische Raketen - abgefeuert von russischen Truppen.

Ban sagte am Sonntag in New York, die Bomben "vernichten Menschen, die nach dem letzten noch verbliebenen Zufluchtsort suchen." Das internationale Recht lasse keine Zweifel zu: "Der systematische Einsatz von weitreichenden Waffen in dicht besiedelten Gebieten ist ein Kriegsverbrechen."

"Die Waffe saugt das Leben aus den Menschen"

Einen Schuldigen für die Verbrechen benannte Ban nicht in seiner Stellungnahme. Allerdings wird zunehmend deutlicher, dass auch ein Akteur von außerhalb für schwerste Zerstörungen und den Tod zahlreicher Zivilisten verantwortlich ist: Russland.

Wie die "Sunday Times" berichtet, setzen Putins Streitkräfte den Raketenwerfer vom Typ TOS-1 A ein, dessen Geschosse beim Aufprall einen Feuerball verursachen, der Menschen innerhalb eines Radius von 200 Metern lebendig verbrennen lässt. Die Waffe "saugt das Leben aus den Menschen, lässt ihre Lungen kollabieren", zitiert die Zeitung eine dem US-Militär nahestehende Quelle. "Sie darf nicht in städtischen Gebieten eingesetzt werden, schon gar nicht gegen Zivilisten."

raketenwerfer
Ein Raketenwerfer vom Typ TOS-1 A bei einer Übung in Russland. Credit: Getty

Zivile Opfer jedoch sind bei einem derart großen Explosionsradius in einer besetzten Stadt praktisch unvermeidbar. Westliche Diplomaten bestätigten gegenüber der "Sunday Times" ihre Einschätzung, dass der Raketenwerfer in Aleppo zum Einsatz komme. Dafür sprechen auch mehrere Videos, die das System im Einsatz zeigen und von den Truppen von Machthaber Baschar al-Assad veröffentlicht wurden.

Die zerstörerische Wirkung entfaltet TOS-1 A dabei nicht nur durch das Feuer: Bei den Angriffen der vergangenen Tage wurden auch Pumpstationen für Wasser bombardiert, wodurch die Versorgung teilweise abgeschnitten wurde. Andere Angriffe trafen Krankenhäuser.

Russland weist Kritik an Syrien-Kurs zurück

Bans Sonderbeauftragter für den Syrien-Konflikt, Staffan de Mistura, hatte an die USA und Russland appelliert, das gebrochene Waffenstillstandsabkommen zu retten. Er sehe noch einen Funken Hoffnung zur Rückkehr zu der Vereinbarung, sagte de Mistura vor dem Sicherheitsrat.

Russland seinerseits wies eine kritische Stellungnahme von westlichen Außenministern und der EU-Außenbeauftragten am Sonntag zurück. "Wer von Russland Beweise für seinen Friedenswillen fordert, soll erstmal selbst beweisen, dass er kein Aggressor in Bezug auf Länder der Region ist“, zitiert die "Bild" Außenamtssprecherin Maria Sacharowa auf Grundlage einer Meldung der Agentur Interfax.

Ban wies eindringlich auf die katastrophale Lage vor Ort hin: "Wir dürfen nicht vergessen, dass Krankenhäuser und Schulen wegen der Kämpfe nur noch im Keller arbeiten können", sagte er. Er fragte, wie lange Regierungen, die Einfluss auf das Chaos haben, derartige Verbrechen noch erlauben wollten. Er appelliere an alle Betroffenen, "den Alptraum zu beenden".

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

Unterstütze sie jetzt bei dieser Arbeit und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(bp)