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Mit diesem Heilmittel wollen Ärzte dafür sorgen, dass kein Kind mehr eine Brille braucht

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CHILDREN GLASSES
Young girl sitting in front of laptop | Tuan Tran via Getty Images
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  • Der Wirkstoff Atropin stoppt das Fortschreiten einer Kurzsichtigkeit
  • Ein deutscher Augenarzt testet derzeit das Mittel - empfiehlt aber auch eine altmodische Therapie

Kinder werden immer häufiger kurzsichtig. Laut einer Studie wird bis zum Jahr 2050 jeder zweite Mensch eine Brille brauchen.

Doch es gibt Hoffnung für die von Kurzsichtigkeit bedrohte Menschheit: Der Leitende Arzt der Klinik für Augenheilkunde an der Uniklinik Freiburg, Wolf Lagrèze, will die Epidemie aufhalten.

"Die Eltern sind dankbar"

Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, testet der Augenarzt derzeit Augentropfen, die das Fortschreiten einer Myopsie – so der medizinische Fachbegriff für Kurzsichtigkeit – stoppen sollen. Die Tropfen mit dem Wirkmittel Atropin würden ganz einfach vor dem Schlafengehen verabreicht.

"Die Eltern sind dankbar für diese Möglichkeit, die Kinder klagen nicht über Nebenwirkungen", sagte Lagrèze der Zeitung. Bislang sind die Tropfen nicht in Deutschland zugelassen.

Dabei ist das Mittel Atropin bekannt. Augenärzte benutzen es, um die Pupillen vor einer Untersuchung zu weiten.

Bei einer Metananalyse von Studien aus Asien kam heraus, dass Atropin eine weitere Verschlechterung der Sicht aufhalten kann. Warum das Mittel wirkt, ist derzeit aber noch unklar.

Klinische Studien in Europa zu Atropin fehlen noch. Lagrèze und seine Kollegen haben nach eigenen Angaben mittlerweile rund 100 Kinder mit den Augentropfen behandelt - bisher ohne Nebenwirkungen.

Mehr zum Thema: Experten schlagen Alarm: Mit dieser Angewohnheit zerstören wir unser Augenlicht

Ein altmodisches Mittel gibt es auch

Lagrère empfiehlt gegenüber der „Welt am Sonntag“ aber auch ein altmodisches Mittel, um Kurzsichtigkeit zu aufzuhalten: Tageslicht. Zwei Stunden am Tag sollten Kinder draußen bei Sonnenschein oder bedecktem Himmel verbringen und den Blick frei schweifen lassen.

Diese „Heilmethode“ empfehle Lagrèze immer – auch zusätzlich zu den Tropfen.

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(tos)