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Studie: Ist China Schuld am Aufstieg der AfD?

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Ökonomen machen den Erfolg der chinesischen Wirtschaft für den Aufstieg von nationalpopulistischen Parteien mitverantwortlich | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • Ökonomen machen den Erfolg der chinesischen Wirtschaft für den Aufstieg von nationalpopulistischen Parteien mitverantwortlich
  • Gerade für die AfD sei diese Diagnose jedoch unzulässig, lautet das Ergebnis einer Studie

Ökonomen sprechen vom "China-Schock": Die wirtschaftliche Integration Chinas in den globalen Handel hat dazu geführt, dass der Wettbewerbsdruck in Amerika und in europäischen Ländern gestiegen und Arbeitsplätze verloren gegangen sind.

Der "China-Schock" ist laut Ökonomen mitverantwortlich für den Aufstieg der Populisten in westlichen Gesellschaften. Denn enttäuschte Wähler machten die etablierten Parteien für Standortwechsel oder höheren Wettbewerb verantwortlich und entschieden sich für nationalpopulistische Parteien, die einfache Maßnahmen als Abhilfe versprechen.

Das zeigen neuere Analysen, von der die Tageszeitung "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Gerade in Deutschland könnten die Forscher den "China-Schock" als Auslöser für die Erfolge der Alternative für Deutschland jedoch nicht belegen.

Keine großen Erfolge der Nationalpopulisten vor der AfD

Eine Studie eines Forscherteams um Wirtschaftswissenschaftler Christian Dippel widerspreche der These für Deutschland, so die "FAZ". Dippel suchte nach Zusammenhängen von Verlusten an Arbeitsplätzen aufgrund der Konkurrenz aus China und Wahlergebnissen auf Ebene der Landkreise.

Tatsächlichen korrelierten zwar die Ergebnisse von Parteien wie NPD, DVU oder der Republikaner mit der Abwanderung von Industriestandorten nach Osteuropa oder China. Die Ergebnisse dieser nationalpopulistischen Parteien in den 1990er und 2000er Jahren lässt sich aber gar nicht vergleichen mit den Erfolgen, die Beispielsweise Donald Trump in den USA oder der Front National in Frankreich derzeit feiert.

Deutschland sei ein internationaler Sonderfall

Grund dafür sei, dass die Ausprägung der Handels- und Investitionsverflechtungen zwischen Deutschland und China einen markanten Sonderfall im internationalen Vergleich darstellen würden, so die Forschergruppe. Verluste in der traditionellen Industrie wurden in Deutschland durch Entstehung von neuen Arbeitsplätzen in Exportindustrien vielfach ausgeglichen.

Darum mussten sich die etablierten Parteien Deutschlands lange Zeit nicht mit starken nationalpopulistischen Parteien auseinandersetzen.

Wie lässt sich also der Erfolg der AfD seit ihrer Gründung 2013 erklären?

Ideologische Polarisierung in den USA

Für Dippel und seine Kollegen sei der wirtschaftliche Erfolg Chinas nicht der entscheidende Faktor für die politische Polarisierung in Deutschland. Sie benennen die Euro-Krise, die Flüchtlingspolitik und die innere Sicherheit als die Themen, die Wähler in die Arme der Populisten treiben würden – im Gegensatz zu der Situation in den USA, Großbritannien oder Frankreich.

Mehr zum Thema: Was die Angst vor der Globalisierung so gefährlich macht

Der Arbeitsmarktforscher David Autor untersucht beispielsweise die politischen Konsequenzen des "China Schocks" für die Vereinigten Staaten. Seine Studie belege eine politische und ideologische Polarisierung in den Kongresswahlen seit 2002 – die mit dem starken Anstieg von Importen aus China in markanter Weise einhergehe.

Wähler hätten sich für Kandidaten entschieden, die harte Maßnahmen gegen chinesische Importe versprachen, wenn sie selbst an Industriestandorte lebten, die dem Wettbewerb mit China stünden.

Globalisierungsängste sind auch in Deutschland Grund für den Zulauf der nationalpopulistischen AfD. China spielt für diesen Aufstieg jedoch keine entscheidende Rolle.

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