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"Die Amerikaner sind auf unserer Seite": Islamisten in Syrien sollen Waffen von den USA erhalten

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Nach Angaben eines Kommandeurs der syrischen Al-Nusra-Front erhält die Islamisten-Miliz Waffen aus den USA. Der Mann sagte in einem Interview mit dem Publizisten Jürgen Todenhöfer für den "Kölner Stadt-Anzeiger", die USA lieferten Panzerabwehrraketen vom Typ Tow.

Al-Nusra ist die stärkste Rebellengruppe im Gebiet um Aleppo. Die Islamisten waren früher mit Al-Kaida verbündet. Im Juli dieses Jahres sagten sie sich allerdings von Al-Kaida los und benannten sich in Dschabhat Fatah al-Scham um ("Front für die Eroberung Syriens"). In den Medien wird die Gruppe allerdings weiterhin als Al-Nusra bezeichnet.

"Die Amerikaner stehen auf unserer Seite"

"Die Raketen wurden uns direkt gegeben", sagte der Al-Nusra-Mann auf die Frage, ob die USA ihnen die Waffen über die Freie Syrische Armee, die sogenannten gemäßigten Rebellen, gegeben habe.

"Die Amerikaner stehen auf unserer Seite", sagte der Kämpfer weiter. Er schränkte jedoch ein, dass die Kooperation von den USA nicht ausgestaltet werde, wie von Al-Nusra gewünscht.

Todenhöfer könnte damit Vorwürfe aus Russland bestätigen. Erst am Wochenende hatte der russische UN-Botschafter Vitaly Churki dem Westen bei einer Ansprache vor dem Sicherheitsrat vorgeworfen, bei Waffenlieferungen an Al-Nusra "die Augen zu verschließen".

Die Aussagen werfen Fragen zum Verhältnis der USA zu Al-Nusra auf. Offiziell behandeln die USA Al-Nusra als Terrororganisation. Während des gescheiterten Waffenstillstandes war es den Assad-Truppen gestattet, weiter Luftangriffe auf die Al-Nusra-Front zu fliegen. Nach einer Woche sollte dann eine neue amerikanisch-russische Koalition gegen Al-Nusra vorgehen, den Assad-Truppen wäre dies nur noch eingeschränkt erlaubt.

"Wir akzeptieren keinen säkularen Staat"

Todenhöfer führte das Interview vor zehn Tagen. Der Al-Nusra-Kommandeur kündigte zu diesem Zeitpunkt an, den später aus der Luft bombardierten UN-Hilfskonvoi nicht nach Aleppo passieren zu lassen, falls sich die Truppen des syrischen Regimes unter Präsident Baschar al-Assad sich nicht wie verlangt zurückziehen würden.

"Das Regime muss sich aus allen Gebieten zurückziehen, damit wir die Lkw reinlassen. Wenn ein Lkw trotzdem reinfährt, werden wir den Fahrer verhaften.“

Kompromissbereit sei man nicht, so Todenhöfers Gegenüber weiter: "Wir werden kämpfen bis zum Sturz des Regimes." Das Ziel sei "die Gründung eines islamischen Staates gemäß der islamischen Scharia", sagte er.

"Wir akzeptieren keinen säkularen Staat."

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(sk)