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Piratenpolitiker Claus-Brunner: Jetzt tauchen furchtbare Details aus der Vergangenheit auf

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GERWALD CLAUSBRUNNER
Der Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner | dpa
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  • Parteikollegen zeichnen ein düsteres Bild des Piraten-Politikers Gerwald Claus-Brunner
  • Ihm war im Januar bereits "Verfolgungswahn" vorgeworfen worden
  • In seiner Kindheit sei er gehänselt und geschlagen worden

Wer sich mit der Vergangenheit von Gerwald Claus-Brunner beschäftigt, erfährt verstörende Details aus dem Lebens des Piraten-Politikers. Sein bizarres Ende scheint sich da schon abzuzeichnen.

Er beschimpfte Kollegen "aufs Übelste"

Parteikollegen beschreiben bei Claus-Brunner vor allem zwei Wesenszüge: Da sei einerseits der engagierte und idealistische Politiker Claus-Brunner gewesen, der an Wahlkampfständen immer präsent war. Der Grünen-Politiker Benedikt Lux erinnert sich gegenüber dem Wochenmagazin "Der Spiegel": "Wir hatten bis zuletzt respektvollen Umgang."

Trotz seines aussichtslosen Listenplatzes in der Berlin-Wahl sei der Pirat "guter Hoffnung" gewesen.

Aber da ist andererseits auch die aufbrausende Art Claus-Brunners. Immer wieder habe er Parteikollegen verbal angegriffen und "aufs Übelste beschimpft", wie ehemalige Piraten dem "Spiegel" berichten. "Er hat sich selbst isoliert, war in Opposition zu jedem und allem", erinnert sich einer.

Bereits im Januar hatte die Partei deswegen versucht, Claus-Brunner auszuschließen. Eine professionelle Zusammenarbeit sei nicht mehr möglich gewesen, lautete der Vorwurf damals. Einige sprachen von "Verfolgungswahn", unter dem Claus-Brunner gelitten haben soll. Der Ausschluss scheiterte wegen einer fehlenden Stimme.

"Seine Fantasien wurden immer krasser"

Dann ist da noch die gewalttätige Kindheit des Politikers. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, seien seine Eltern sehr streng gewesen. Sein Vater habe ihn geschlagen, als sich Claus-Brunner mit 14 geoutet habe.

Wie "Bild" weiter berichtet, erzählte Claus-Brunner, er sei in der Realschule gehänselt worden. Mit seinem Bruder Dietwald habe er außerdem einmal ein Auto geklaut. Diese Geschichte sei in den Akten des Amtsgerichts Bad Iburg auch vermerkt, so "Bild".

In den Monaten vor seinem Suizid verstärkten sich die krankhaften Wesenszüge Claus-Brunners offenbar. "Bild" schreibt, der Politiker habe sich in einschlägigen Internet-Foren herumgetrieben. Einer der Gesprächspartner dort sagte der Zeitung: "Er hatte Fantasien, die im Laufe seiner Zeit als Abgeordneter immer krasser wurden."

Nicht nur ein Stalking-Opfer

Fakt ist: Bereits am 27. Juni fühlte sich der 29-jährige Jan Mirko L., das spätere Mordopfer Claus-Brunners, von dem Piraten-Politiker so bedrängt, dass er bei der Berliner Polizei Strafanzeige gegen Claus-Brunner wegen "Stalkings/Nachstellens" stellte.

Auf Nachfrage des "Spiegel" sagte ein Polizeisprecher, die Prüfung der Vorwürfe sei noch nicht abgeschlossen gewesen. Vor einem Ermittlungsverfahren hätte zudem die Immunität Claus-Brunners als Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses aufgehoben werden müssen.

Ein ehemaliger Piraten-Politiker sagte dem "Spiegel" zudem, L. sei nicht das einzige Stalking-Opfer von Claus-Brunner gewesen: "Er stalkte immer mal wieder verschiedene Leute", schreibt der "Spiegel".

Für L. endete die Belästigung durch Claus-Brunner tödlich. Einige Tage vor seinem Suizid ermordete Claus-Brunner den 29-Jährigen in dessen Wohnung in Berlin-Wedding und schaffte die Leiche mit einer Sackkarre in seine Wohnung. Dort nahm er sich selbst das Leben.

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