"Ich schäme mich für meinen Mikropenis"

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Ein junger Mann schämt sich für seinen Mikropenis - und erzählt auch über seine demütigenden Sex-Erlebnisse | lolostock via Getty Images
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"Body Shaming" ist ein Begriff für das abfällige Gerede über den Körper - in aller Regeln den von Frauen. In einem Beitrag für die US-Ausgabe des Magazins "Cosmopolitan" spricht ein anonymer männlicher Autor nun über "Body Shaming", das sich gegen Männer richtet. Und fordert, diesem endlich ein Ende zu setzen.

Dabei hat er aber nicht Bierbäuche oder hängende Hinterteile im Blick, sondern ein ganz spezielles Körperteil: den Penis. Und zwar in seiner anatomischen Sonderform, den Mikropenis.

"Ich schäme mich zutiefst für meinen Penis"

Mikropenis ist die medizinische Bezeichnung für einen ungewöhnlich kleinen Penis. Im unerigierten Zustand brächte es sein bestes Stück auf zweieinhalb Zentimeter, erigiert immerhin auf sieben Zentimeter, schreibt der Autor. Damit wäre sein erigierter Penis nicht einmal so lang wie der schlaffe Durchschnittspenis. Eine Studie des King’s College in London errechnete dafür den Mittelwert von neun Zentimetern.

"Ich schäme mich zutiefst für meinen Mikropenis, und das liegt zum größten Teil daran, was Frauen über das männliche Geschlechtsteil sagen", sagt er über den Grund für seine Frustration.

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Sein erstes Mal war eine große Enttäuschung

Seine Enttäuschung rührt vor allem von einem persönlichen Erlebnis her: "Ich bin 35 Jahre alt und hatte erst eine sexuelle Erfahrung. Die war erniedrigend – um es vorsichtig auszudrücken." Es sei vor zwölf Jahren mit einer Kommilitonin an der Universität passiert.

"Als ich mich auszog, starrte sie auf meinen Mikropenis, kicherte und hielt sich die Hand vor den Mund und stammelte einfach nur 'Okay' – in einem Ton, der ihre Überraschung verriet", schildert er seine Erfahrung.

Er habe zwar versucht, ihr Lust zu verschaffen. Ihre ständig wiederholte Frage "Bist du schon drin?" habe ihn letztlich aber völlig entmutigt: "Jedes Mal, wenn sie das fragte, wollte ich am liebsten sterben."

"Keiner verteidigt einen kleinen Penis"

Aber nicht nur diese persönliche Erfahrung macht der Autor für seine Frustration verantwortlich. Auch die Medien seien schuld daran.

Als Beispiel nennt er die Aktion des Künstlerkollektivs DECLINE, die überall in den USA Statuen des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump aufstellten – nackt und mit kleinem Penis versehen.

Die Leute würden die Frauen verteidigen, die Trump sexistisch angreife. "Aber wo sind die Leute, die kleine Penisse verteidigen?", fragt der Autor.

Dabei ist jedoch zu bedenken: Die Kunstaktion hatte eine politische Ausrichtung. Sie wollte Trump als politisch impotent zeigen, hatte der Kandidat für das Präsidentenamt vorher genauso mit seiner Größe seines Penis geprahlt wie mit seinem Versprechen, die USA wieder großartig zu machen.

Weinerlich und widersprüchlich

Am Ende wird der Schreiber ziemlich wehleidig. Wollte er nicht gerade gegen die abfälligen Worte gegen seinen Körper antreten?

"Meine tiefe Scham über meinen Körper fühlt sich für mich so an, als ob die Meinung von Jedem richtig sein muss: dass da etwas falsch ist mit meiner Penisgröße. Ich wünschte, die Leute könnten darüber hinwegsehen, dann könnte ich das auch", fasst er am Ende zusammen.

Zum Vorbild hätten dem Autor die selbstbewussten Feministinnen dienen können, die gegen das "Body Shaming" zu Felde ziehen.

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(tos)

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