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Die "Tragik der Kanzlerin": "Der Spiegel" erklärt, warum Merkel scheitern wird

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MERKEL
Kanzlerin Angela Merkel | Sean Gallup via Getty Images
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  • Angela Merkel macht Flüchtlingspolitik gegen die Mehrheit der Deutschen
  • Die Folgen dieser Politik kann sie nun nicht bewältigen

Angela Merkel trat am Montag nach der Niederlage ihrer Partei bei der Berlin-Wahl fast demütig vor die Presse. Sie versprach den Wählern, auf sie zuzugehen. Ja, sie sprach sogar von einem Kursschwenk in der Flüchtlingspolitik.

Seitdem fragt sich das politische Deutschland: Ändert Merkel tatsächlich ihre Haltung in der Flüchtlingskrise? Und kann sie damit die Deutschen und Skeptiker in der CSU überzeugen?

Der “Spiegel”-Journalist René Pfister glaubt nicht daran.

Merkel - eine tragische Figur?

In einem Kommentar in der aktuellen Ausgabe des Magazins schreibt er: “Merkel ist zur Projektionsfläche so vieler negativer Gefühle geworden, dass es ihr schwerfallen wird, das Land wieder zusammenzuführen.”

Ja, er sieht in Merkel sogar eine tragische Figur.

Aber der Reihe nach.

Zuerst einmal hält Pfister den Schwenk aus Sicht der Kanzlerin zwar für notwendig. “Eine Politik zu verteidigen, die 82 Prozent der Deutschen so nicht wollen, kann nur zu einer Mecklenburgisierung des Bundestags führen”, konstatiert er.

Die CSU wird nicht nachgeben

“Auf Merkels Grabstein soll nicht “Wir schaffen das” stehen, so viel ist nun klar.” Das Problem: Merkel wird Schwierigkeiten haben, ihren neuen Kurs glaubhaft zu machen.

Ein Zeichen, das für Pfisters Analyse spricht: Auch die Schwesterpartei hadert immer noch mit der Kanzlerin.

CDU und CSU streiten seit Tagen darüber, wie die Flüchtlingspolitik künftig auszusehen habe. Die Bayern fordern eine Obergrenze für Einwanderung - Merkel lehnt das weiterhin ab. Derzeit sieht es trotz Merkels rhetorischem Kursschwenk so aus, als würde die CSU nicht nachgeben.

Pfister glaubt, dass es bei vielen Wählern ähnlich ist. Merkel konnte sie nicht überzeugen.

Merkel kann die Folgen ihrer Politik nicht mehr bewältigen

Das sei die “Tragik der Kanzlerin”: In der Flüchtlingspolitik habe sie sich als Menschen gezeigt und weniger als Politikerin. Sein hartes Urteil: “Die meisten Deutschen aber mögen diesen Menschen nicht.”

Deshalb könne sie auch die zwei wichtigsten Folgen ihrer Politik wohl nicht mehr bewältigen: die Spaltung Europas und die Radikalisierung der deutschen Gesellschaft.

Das Problem an diesen Herausforderungen: Bisher sei Merkel immer dann erfolgreich gewesen, wenn die Krisen von Außen kamen, wie die Weltfinanzkrise. Diesmal seien die Krisen von ihr ausgelöst.

Zu ihrem endgültigen Sturz fehle nur noch eine überzeugende politische Alternative - ob innerhalb oder außerhalb der CDU.

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(vr)