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Präsidentschafts-Anwärter Juppé warnt vor Bürgerkrieg in Frankreich

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ALAIN JUPP
Der französische Präsidentschaftsanwärter Alain Juppé warnt vor einem drohenden Bürgerkrieg in seinem Land | MANDEL NGAN via Getty Images
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  • Alain Juppé, französischer Ex-Premier und Präsidentschaftsbewerber, warnt vor einem Bürgerkrieg in Frankreich
  • Das in Frankreich herrschende Klima gegen Muslime müsse dringend beruhigt werden, sagt Juppé
  • Der Konservative gilt als härtester Konkurrent zu Ex-Präsident Nicolas Sarkozy

Nach den verheerenden Terroranschlägen in Frankreich warnt der konservative Ex-Premier und Präsidentschaftsbewerber Alain Juppé in deutlichen Worten vor einem Bürgerkrieg.

"Ein Muslim ist kein Terrorist", sagte der 71-Jährige der Tageszeitung "Le Monde" vom Samstag. "Das derzeit herrschende Klima in Frankreich muss unbedingt beruhigt werden", mahnte Juppé. "Wenn wir so weitermachen, bewegen wir uns auf einen Bürgerkrieg zu."

Zum Thema: Eklat in Frankreich: Ministerin brandmarkt islamische Mode als "unverantwortlich"

Juppé gilt bei der bürgerlichen Rechten als härtester Konkurrent von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy im Rennen um das höchste Staatsamt. Juppés Vorsprung in Umfragen bröckelte aber zuletzt. Er gab sich dennoch gelassen.

Juppé will Rechtspopulistin Le Pen schlagen

Er sei der Einzige, der die Rechtspopulistin Marine Le Pen vom Front National im zweiten Wahlgang schlagen könne, meinte der Bürgermeister von Bordeaux.

Juppé setzt sich im Anti-Terrorkampf von seinem parteiinternen Widersacher Sarkozy ab. Dieser hatte gefordert, mutmaßliche Islamisten vorsorglich zu internieren, auch wenn sie sich nicht strafbar machten.

Bei besonders gefährlichen Verdächtigen sei eine Internierung zwar möglich, sagte Juppé, diese müsse aber jeweils von einem Strafrichter gebilligt werden. "Das ist meine rote Linie.(...) Ich will kein französisches Guantanamo."

Frankreich wählt im Frühsommer 2017

Für die Vorwahlen bei der bürgerlichen Rechten im November gibt es außer Juppé und Sarkozy noch fünf weitere Kandidaten. Frankreich wählt dann im April und Mai 2017 seinen neuen Staatschef.

Das Land wurde zuletzt von einer beispiellosen Terrorserie erschüttert; vor gut zwei Monaten raste ein radikalisierter Mann mit seinem Lastwagen über die Strandpromenade von Nizza und tötete 86 Menschen.

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(ben)