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Kunden durften Nestlé jede Frage stellen - das eskalierte schnell

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NESTL
Nestlé hat Twitter-User dazu aufgerufen, Fragen an das Unternehmen zu stellen. | ullstein bild via Getty Images
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  • Nestlé hat unter dem Hashtag #FragNestlé eine Twitter-Kampagne gestartet
  • Der Konzern hat Twitter-User dazu aufgerufen, Fragen an das Unternehmen zu stellen
  • Die Reaktion war ein Shitstorm

Ob das wohl eine gute Idee war? – Nestlé, der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt, hat am Montag unter dem Hashtag #FragNestlé die User auf Twitter dazu aufgerufen, Fragen an das Unternehmen zu stellen. Das ging allerdings nach hinten los.

Der Konzern steht schon lange in der Kritik von Verbrauchern und Aktivisten. Die Kritik umfasst dabei unter anderem verschwenderische Verpackungssysteme, die Privatisierung von Trinkwasser und den Verdacht auf Kinder- und Zwangsarbeit. Durch die Twitter-Kampagne wird das Unternehmen nun einmal mehr mit all diesen Vorwürfen konfrontiert. Diese Themen prangerten die Twitter-User besonders an:

Privatisierung von Trinkwasser

"Nestlé - warum klaut ihr Afrika das Wasser?! Und warum gebt ihr euren Angestellten und und deren Familien nicht zu trinken?!", fragte ein User.

OliverFauser kritisierte: "Warum seid Ihr so MENSCHEN- und NATURVERACHTEND? Wie kommt Ihr drauf, dass Wasser kein Grundrecht ist?"

Der Vorwurf der Zwangsarbeit

User breitenbach hakte nach: "Wie sehen Ihre derzeitigen Pläne zur Entschädigung der Zwangsarbeiter in Thailand aus?"

...und blinkfreak_182 fragte: "In welchen Ländern habt Ihr noch Zwangsarbeiter?"

"Wer arbeitet eigentlich freiwillig bei Euch?", fragte debbiehausen.

Der Abbau von Palmöl

Für die Herstellung von Palmöl, das auch Nestlé in vielen Produkten verwendet, müssen große Flächen Regenwald gerodet werden.

AnselmSchindler fragte Nestlé: "Wie war das mit den Palmöl-Plantagen auf illegal gerodetem Regenwald in Indonesien?"

...und Jessy hatte direkt drei Fragen an den Konzern: "Warum hasst ihr Regenwälder? Warum liebt ihr Kinderarbeit? Warum habt ihr ein Monopol auf Schokolade und Wasserflaschen?"

"NestleGermany was habt ihr gegen Regenwälder??", fragte mandreemusic.

Nestlé hat schon mit Häme gerechnet

Wie das Unternehmen selbst mitteilt, gibt es die Rubrik "Frag Nestlé“ schon seit Mitte des Jahres auf der konzerneigenen Website. Dort heißt es: "Transparenz und Offenheit sind uns wichtig, deshalb stellen wir uns dem Dialog mit unseren Verbrauchern.“ Das Ziel sei es, transparent und direkt auf berechtigte Fragen zu antworten.

Dabei hat der Nahrungsmittelkonzern wohl schon mit negativem Feedback gerechnet. Der fügte nämlich gleich hinzu: Uns war durchaus bewusst, dass wir Kritik und möglicherweise sogar Häme ernten. Viel wichtiger als diese Punkte ist uns aber, für diejenigen erreichbar zu sein, die Fragen haben.

Die von Nestlé vorausgesagte Häme ließ jedenfalls auch bei den Twitter-Nutzern nicht lange auf sich warten:

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