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"Maybrit Illner": CSU-Mann Scheuer traf auf die Linken-Politikerin Kipping - und es knallte

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ANDREAS SCHEUR
CSU-Mann Andreas Scheuer und Linken-Politikerin Katja Kipping gerieten aneinander | ZDF Mediathek
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Eigentlich sollte es bei Maybrit Illners Sendung mit dem Titel "Wird Deutschland unregierbar?" um die zunehmend zersplitterte Parteienlandschaft gehen.

Doch im Laufe der Sendung geriet etwas ganz anderes in den Mittelpunkt: das umstrittene Senegalesen-Zitat des CSU-Generalsekretärs Andreas Scheuer.

Scheuer hatte im Regensburger Presseclub gesagt:

"Entschuldigen Sie die Sprache: Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese, der über drei Jahre da ist. Weil den wirst Du nie wieder abschieben. Aber für den ist das Asylrecht nicht gemacht, sondern der ist Wirtschaftsflüchtling."

Der CSU-Mann wurde für seine Aussage von allen Seiten unter Beschuss genommen. Mit sichtlichem Unbehagen versuchte er, sich zu rechtfertigen. Seine Aussage sei eine "bewusst gekennzeichnete Spitze", bei der es darum ging, die Aufmerksamkeit auf die Sache zu lenken - die große Zahl an abgelehnten Asylbewerbern, die nicht abgeschoben würden.

"Wie klasse findet Seehofer Sie noch?

Im Hintergrund saß die Linken Vorsitzende Katja Kipping, beständig kopfschüttelnd: "Da will ich nicht wissen, wie sie reden, wenn es nicht um die Sache geht", schnaubte sie.

"Es klingt, als sei Integration für die CSU vor allem ein Abschiebehindernis", sagt Illner. "Wie klasse findet Seehofer Sie noch?", fragte sie Scheuer. In einem Gespräch vor einer Dreiviertelstunde hätte er keine "schlechten Ausgangslagen" feststellen können, so Scheuer.

Als Scheuer ansetzen will, um von den Leistungen der CSU bei der Integration zu reden, platzte Kipping der Kragen. "Die ehrenamtlichen Helfer haben einen echten Beitrag zur Integration geleistet", unterbrach sie ihn. "Ihr Satz dagegen klang wie ein Koalitionsangebot an die AfD."

"Damit besorgen sie die Arbeit der AfD"

Auch SPD-Geschäftsführer Thomas Oppermann haute in diese Kerbe. "Damit besorgen Sie die Arbeit der AfD", warf er Scheuer vor.

Dem schloss sich "Stern"-Journalist Hans-Ulrich Jörges an. Mit Themen wie dem Burka-Verbot, der doppelten Staatsbürgerschaft und Obergrenzen hätten die großen Parteien "permanenten AfD-Wahlkampf" betrieben. Doch die Wähler würden lieber das Original wählen.

Stattdessen sollten CDU und CSU wieder eigene Politik betreiben, den Wählern zeigen, dass das Chaos der Flüchtlingskrise vorbei ist, sich nicht wiederholen wird. Zudem sei es wichtig, zu versprechen, dass es zu keinen Steuererhöhungen durch den Zuzug von Flüchtlingen kommen wird.

"Sie reden Nazis nach dem Mund"

Damit war die Auseinandersetzung Kipping gegen Scheuer aber noch nicht vorbei. Illner konfrontierte die Linke mit einer Aussage ihrer Parteikollegin Sahra Wagenknecht, die eine Abschiebung krimineller Asylbewerber gefordert hatte.

Illner fragte Kipping, ob sie mit der CDU jetzt in einem politischen Lager sei, während Wagenknecht und Scheuer in einem anderen seien. "Um Gottes Willen", stöhnte der CSU-Mann da aus dem Off zur Belustigung des Publikums.

Es gebe einen großen Unterschied zwischen Wagenknecht und Scheuer, erwiderte die Linke. "Sahra Wagenknecht nennt Nazis Nazis, Sie reden ihnen nach dem Mund", warf sie dem CSUler an den Kopf. Der reagierte empört: "Das ist eine große Nummer, dass lasse ich mir von Ihnen nicht sagen."

"Eine CDU in der Opposition wäre gut"

Gegen Ende der Sendung ging es dann doch noch um die Parteipolitik. Oppermann und Kipping deuteten an, für eine rot-rot-grüne Koalition bereit zu sein. Dies könne die AfD aufhalten: "Mir gefällt daran am besten, dass die CDU dabei in der Opposition ist", sagte er.

"Es wäre wirklich gut, wenn die CDU in der Opposition die vielen bodenständigen Konservativen in Deutschland, die sich nicht mehr an der CDU orientieren, wieder zurückgewinnen könnte."

Das Fazit der Sendung sprach Journalist Jörges: "Es darf keine Verlängerung der Großen Koalition geben - sonst wird die AfD noch stärker."

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(lk)