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Foodwatch: Wer Bio-Produkte kauft, belügt sich selbst

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BIO SUPERMARKET
Foodwatch schlägt Alarm: Wer Bio-Produkte kauft, belügt sich selbst | Sean Gallup via Getty Images
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  • Foodwatch deckt auf: Jedes vierte Tierprodukt kommt von einem kranken Tier
  • Besonders überraschend: Tiere von Biohöfen ergeht es kaum besser

Wer Bioprodukte kauft, tut das aus Rücksicht auf die Umwelt, auf das Wohl der Tiere – und nicht zuletzt auf seine eigene Gesundheit.

Erkenntnisse des gemeinnützigen Vereins Foodwatch stellen genau diese positiven Wirkungen von Bio-Nahrungsmitteln jetzt in Frage.

Die Auswertung von 19 verschiedenen wissenschaftlichen Studien zwischen 2003 und 2016 beweist nämlich: Mindestens jedes viertes Tierprodukt stammt von einem kranken Nutztier.

Keine Unterschiede zwischen Bio und konventioneller Haltung

Besonders brisant: Dabei gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen konventioneller Haltung und Biohaltung, kleinen Höfen und Großbetrieben.

Foodwatch schlüsselt die erhobenen Ergebnisse weiter auf. Demnach kommt etwa jeder zehnte Liter Milch von Kühen mit entzündeten Eutern, jedes zweite Schwein, dessen Fleisch über die Ladentheke geht, litt an haltungsbedingten Krankheiten, von zehn Eiern kommen vier von Hühnern, die zuvor Knochenbrüche erlitten hatten.

Schuld liegt am System

Der Vizechef von Foodwatch Matthias Wolfschmidt erklärte in einer Mittelung zur Studie: "Meist wird verschwiegen, dass ein Großteil der Nutztiere unter massiven Krankheitssymptomen leidet."

Ebenjene seien eigentlich vermeidbar – das wäre allerdings mit höheren Kosten verbunden.

Dennoch dürfe man nicht alle Schuld bei den Landwirten suchen, argumentiert Foodwatch. "Wer in den Bauern einfach Tierquäler sieht, liegt daneben", sagt Wolfschmidt. Diese seien ebenso wie die Verbraucher Opfer des Systems, das falsche Anreize setze.

Die Schuld liege bei Handel der einen Wettbewerb unterstützte, "der die falschen Anreize setzt“. Einziger Maßstab sei hier der Preis. Beim Einkauf seien die schlimmen Zustände nicht nicht zu erkennen, erklärt Foodwatch: "Die Produkte kranker Tiere werden regelmäßig als 'gesunde' Lebensmittel angeboten".

Für den Kunden bedeutet das: Er muss sich damit abfinden, dass er beim Kauf von Bio-Artikeln im Supermarkt nicht unbedingt tierfreundliche Betriebe unterstützt. Oder in Zukunft direkt bei dem Bauer seiner Wahl einkaufen.

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